Bönebüttel : „Eine Seefahrt mit allen Reizen und Unwägbarkeiten“

Rolf-Dieter Fröhling (links) zeigt Bernd Heuchert ein Buch, das vom Segeln mit Arved Fuchs über den Nordatlantik berichtet.
Rolf-Dieter Fröhling (links) zeigt Bernd Heuchert ein Buch, das vom Segeln mit Arved Fuchs über den Nordatlantik berichtet.

Rolf-Dieter Fröhling berichtete in der Husberger Martinskapelle über seinen Segeltörn über den Nordatlantik mit dem Bad Bramstedter Abenteurer Arved Fuchs.

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16. Januar 2015, 08:30 Uhr

Bönebüttel | Unterwegs mit Arved Fuchs: Rolf-Dieter Fröhling lockte am Mittwochabend mit einem Diavortrag von einer Segeltour über den Atlantik knapp 60 Besucher in die Husberger Martinskapelle.

2010 war der ehemalige Husberger Fröhling 15 Tage mit Arved Fuchs und fünf anderen Crewmitgliedern auf einem Segelschiff von Neufundland nach Irland unterwegs. Über 200 Fotos zeigte der in Bad Bramstedt lebende Segler dem neugierigen Publikum und vermittelte einen interessanten Eindruck vom Leben an Bord. Es war „eine Seefahrt im klassischen Sinn, mit allen Reizen und Unwägbarkeiten“, erzählte er. Die 1800 Meilen über den Nordatlantik, der „eine seglerische Herausforderung ist“, legte die Crew um den populären Abenteurer Fuchs auf dem über 80 Jahre alten Fischkutter aus Eichenholz „Dagmar Aaen“ zurück. Natürlich ist das Schiff, das „eine gute, alte Freundin“ geworden ist, umgebaut worden. So gibt es etwa einen Dieselmotor, an dem sich die Mannschaft die Hände gewärmt hat und der nachts beruhigend tuckerte „wie das Mutterherz, so dass man wunderbar schlafen konnte“, erinnerte sich Fröhling. Den Tag strukturierte der Wachplan, alle vier Stunden war Wachwechsel angesagt, die Wachfreien putzten die Räume und Toilette, schmierten die Maschine oder kochten Kaffee. Der schmeckte trotz des Wasserbereiters oft salzig, „aber das sagte man dem Smut besser nicht“, schmunzelte Fröhling.

Ernsthaft bedrohliche Situationen hat die Crew auf der Reise nicht erlebt, dafür wunderschöne und amüsante. Zum Beispiel die Begegnung mit einem schlafenden Wal, der hochschreckte und eine Fontäne abblies – auf Rolf-Dieter Fröhling. „Ich musste mich umgehend umziehen, die Kleidung roch erbärmlich nach Fisch.“ Das Verhältnis zur Crew war freundschaftlich. „Wenn man auf engstem Raum miteinander lebt, weiß man sehr viel übereinander. Man verstellt sich nicht mehr.“ Über Arved Fuchs sagte er: „Er ist wirklich ein starker, netter Typ. Einmal habe ich ihn im Stehen auf einen Tisch gestützt schlafen gesehen, weil er aufgrund einer Rippenprellung nicht liegen konnte.“

Zu dem besonderen Erlebnis ist Rolf-Dieter Fröhling gekommen, weil Arved Fuchs ihn zwei Mal gefragt hatte, ob er mitsegeln möchte. „Beim dritten Mal habe ich dann zugesagt.“

Eine wichtige Veränderung stellt Fröhling, der schon oft mit Arved Fuchs gesegelt ist, immer wieder nach den Touren fest: „Ich bin absolut runtergefahren und mit mir im Reinen. Der tiefe, innere Frieden hallt noch lange nach.“ Der Besucherin Melanie Quednau aus Bönebüttel gefiel der Vortrag: „Ich war noch nie auf einem Segelboot, habe aber jetzt ein gutes Gefühl dafür bekommen, wie es sein kann.“ 

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