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Schuljubiläum : Eine Schule feiert ihr erfolgreiches Konzept

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

25 Jahre Gemeinschaftsschule Faldera: Festakt zum Jubiläum. Erinnerungen an den Kampf um das Konzept

Neumünster | Gemeinsames Lernen, individuelle Förderung, eine Schule mit Courage und gegen Rassismus, selbstbestimmtes Gestalten, Mitbestimmung und Schule als Lebensraum: „So wollen wir es weiter kultivieren. Wir sind jung und frisch und innovativ“, zählte gestern Schulleiter Norbert Freund die Grundprinzipien auf, um die vor 25 Jahren hart gerungen wurde. Die heutige Gemeinschaftsschule Faldera, damals Gesamtschule, feierte gestern das Jubiläum mit einem Festakt.

Ohne Ministeriumsvertreter aufgrund von Grippe, dafür aber mit amüsanten Reden und viel Musik wurde gefeiert. Diverse Redner machten deutlich, dass „die Geburt der Schule turbulent und schwierig“ (Freund) war. „Es war eine aufregende Zeit, es ging um Schulideologien, ob man die Kinder zusammen lernen lassen wollte und sie erst später trennen oder ob man sie gleich auf Realschule und Gymnasium verteilt. Die Elternschaft war gespalten, es gab einen Bürgerentscheid, der dann aber nicht gültig war“, erinnerte sich der damalige Schuldezernent Uwe Döring (SPD), der sich heftig für die Gesamtschule einsetzte. „Es wurde gesagt, diese Schule wird nie was.“

Doch den Unkenrufen Konservativer zum Trotz wurde die Schule „was“, hat aktuell rund 800 Schüler und so viele Anmeldungen, dass die Oberstufe inzwischen vierzügig ist. „Die Schule hat sich einen sehr guten Ruf erworben“, gratulierte Stadtrat Carsten Hillgruber.

Die Erfolgsfaktoren listeten Eike Dall, Lehrerin der ersten Stunde, und ihr damaliger Kollege Götz Schwenteck auf. „Wir konnten die Schule ein halbes Jahr vor Gründung planen. Diese Gruppe hatte Lust, wir wollten besser werden als die große Schwester aus Brachenfeld.“ Auch die tatkräftige Unterstützung der Eltern führten sie auf („sie platzierten waghalsig im Schlauchboot ein Plakat im Teich“) und den unbedingten Willen der Lehrer („ein enthusiastischer Haufen, eine verschworene Gemeinschaft mit klugen Köpfen“). Für den Erfolg habe aber auch die Basisdemokratie gesorgt („alle Entscheidungen wurden von allen ausdiskutiert“) und die Tatsache, dass viele Lehrer auch ihre Kinder auf diese Schule schickten: „Wir erfuhren abends beim Essen, ob etwas gelungen war.“

Launig erinnerten die zwei Lehrer an das eigenhändige Schreiben der Stundenpläne „bis zum Kollaps“, endlose basisdemokratische Sitzungen, den Hausmeister „Herr Schredder mit Hund“ oder dass die damalige SPD-Ratsfrau Hertha Nötzold alle bekochte.

Schülersprecher Christopher Suhr lobte: „Die Lehrer haben gekämpft für die Qualität und für Prinzipien wie Partizipation und Transparenz. Bildung ist ein hohes Gut, das es zu schützen gilt.“

Viel Applaus gab es für die Akteure auf der Bühne: Die Bigband unter Leitung von Christoph Rohlfing spielte melodiös „Smooth Operator“ und mit dem Chor „Voices“ unter Leitung von Ingo Schlünzen eine sehr gelungene Version eines Titels, der damals Kult war – „Hymn“ von Barclay James Harvest.

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erstellt am 16.Dez.2016 | 08:15 Uhr

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