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Musik und Gefühle : Eine Reise durch die Musical-Welt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Christina und Judith Patten, Marc Lamberty, Christian Funk und Tobias Regner begeisterten 1000 Zuschauer im Theater in der Stadthalle.

shz.de von
erstellt am 27.Okt.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Ein verruchter „Rocky-Horror“-Transvestit, streitbare Musketiere, ein dräuender Graf Krolock, fetzig tanzende Rock’n’Roller, Panik-Lindi und der „Queen-Spirit“ wurden lebendig und tummelten sich voller Energie auf der Bühne: Eine Zeitreise durch Kult-Musicals zelebrierten Musicalsängerin Christina Patten (24) und ihre musikalischen Gäste am Freitag und gestern Abend in zwei Vorstellungen ihrer Musical-Show im Theater der Stadthalle.

Knapp 1000 Zuschauer genossen eine betörende Mischung der berühmtesten Hauptrollen. Besonderer Clou: Als Kulisse liefen permanent projizierte Filmszenen, Zitaten, Songtexte. Das war ein Filmabend mit überwältigend schönem Livegesang.

Ein Abend der großen Gefühle – Verlassenheit, hingebungsvolle oder verzweifelte Liebe, überschäumende Fröhlichkeit und kesse Flirts erlebte das Publikum in einem facettenreichen Kaleidoskop. Der Freitagabend war eine Premiere – alle Akteure standen nach Teilproben, Kontakten per Skype, E-Mail und Telefon erstmals gemeinsam auf der Bühne. Aber alles klappte reibungslos. Erster Höhepunkt von vielen: Mit knallrotem Kussmund und rattenscharfen Strapsen fegte Musicalstudent Christian Funk (23) als „sweet transvestite“ über die Bühne und tanzte auf High Heels mit DSDS-Gewinner Tobias Regner und Tina Patten dynamisch den „Time Warp“. Ergreifend verwandelte sich Tina in der „Irrenhausballade“ in eine dem Wahnsinn nahe Königin Elisabeth. Marc Lamberty (34) und Christian Funk lieferten sich in „Die Schatten werden länger“ ein diabolisches Duett. Mit Schlapphut und Sonnenbrille sang sich Regner als Lindenberg-Double in die Herzen und erntete für sein „Hinterm Horizont“-Duett mit Tina begeisterte Pfiffe.

Sie hat nicht studiert, stellte aber die Profis stellenweise in den Schatten: Naturtalent Judith Patten glänzte mit großer Stimme und hinreißender Komik. Als Rockröhre und Femme fatale erhielt Tinas Schwester rauschenden Applaus, rockte erfrischend solo „Good Morning Baltimore“ („Hairspray“), umwarb als kecke Verliebte einen gespielt furchtsamen Christian Funk im Bademantel und erzeugte mit ihrem tollen Solo „Der Sieger hat die Wahl“ („Mamma Mia“) Gänsehaut. Mitreißend gelang die fröhliche „Niemand stoppt den Beat“-Party mit Marc im gepunkteten Kleid.

Dann wurde es gruselig und bombastisch: Vor schauriger Schlosskulisse inszenierten Tina und Christian die dramatische „Totale Finsternis“ aus „Tanz der Vampire“ – inklusive Biss in den Hals. Christian Funk verwandelte sich ergreifend in den von unstillbarer Gier gequälten Graf Krolock – vor der gespenstischen Kulisse eines Friedhofs, die wie alle Einspieler und Filmszenen von Max Poschau, mit dem Tina privat ein Paar ist, zusammengestellt wurden.

Extralacher gab’s für die Filmszene bei „I want to break free“ mit Christian als staubsaugenden Freddie M. in Strapsen – gedreht bei Pattens in Wasbek.

Im überschäumenden Finale fetzten alle Akteure Queen-mäßig „We will rock you“; das Publikum tobte und applaudierte im Stehen – und wurde eingespannt: Bei der „Time Warp“-Zugabe hieß es „Hände hoch, Hände an die Hüfte, aber an die eigene“ und „Sprung nach oben!“ Die Zuschauer streckten begeistert die Hände in die Höhe, hüpften, schwenkten die Hüften und klatschten sich die Hände heiß.

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