Medizinische Versorgung : Eine Radiologie-Praxis übernimmt die andere

Arzthelferin Janine Schulz (25) arbeitet am MRT in der Praxis an der Rendsburger Straße.
Arzthelferin Janine Schulz (25) arbeitet am MRT in der Praxis an der Rendsburger Straße.

Nach Schließung des Hanserad-Standorts an der Rendsburger Straße hat dort die Radiologische Praxis im FEK eine Zweigstelle eröffnet.

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17. Juni 2014, 06:00 Uhr

Neumünster | Nach dem endgültigen Aus der Radiologie-Praxis der Hanserad-Gruppe aus Hamburg an der Rendsburger Straße 2-8 geht es jetzt am selben Standort unter neuer Leitung weiter. Die Radiologische Praxis am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) von Dr. Peter Dose und Oliver Teufel hat dort eine Zweigstelle eröffnet. Angeboten werden Röntgenuntersuchungen und Magnetresonanztomographie (MRT). Die Organisation läuft aber über die Praxis an der Friesenstraße.

Nachdem die Hanserad-Praxis am 30. April endgültig der Türen schloss (der Courier berichtete), war an diesem Standort erst einmal einen Monat lang Pause. Grund war der Mietvertrag, der erst noch geändert werden musste.

Danach lief die Arbeit ab Anfang Juni wieder an – und entlastet damit auch die Praxis im FEK. Die hatte als letzte radiologische Anlaufstelle in der Stadt in der Zwischenzeit nämlich durchaus den Ansturm der Patienten zu spüren bekommen. „Wir können unseren Versorgungsauftrag hier in Neumünster nur mit den weiteren Geräten am Standort Rendsburger Straße erfüllen“, stellte Dr. Peter Dose klar.

Dass Bedarf für zwei Standorte da ist, zeigten bereits die Zahlen der einstigen Hanserad-Dependance, in der die Praxis von Dr. Walter Bisping (Kuhberg) aufging. Seit der Eröffnung im Herbst 2011 war sie ebenfalls stets gut ausgelastet und bei den Patienten beliebt. „Dort war immer das Wartezimmer voll. Doch es war nur ein Kassenarztsitz. Und das ist zu wenig für die teuren Geräte. Das rechnet sich nicht“, erklärte Dr. Peter Dose. Letztendlich sieht der Mediziner in dem einst zu geringen radiologischen Budget den Grund für das Scheitern der vorherigen Praxis an der Rendsburger Straße.

In Zukunft teilen sich vier Fachärzte die Arbeit im Hauptsitz am FEK und in der Zweigstelle an der Rendsburger Straße. „Es wird immer ein Mediziner an der Rendsburger Straße vor Ort sein. Besonders in der Einarbeitungsphase werden wir immer wieder wechseln, damit jeder an jedem Standort fit ist“, erklärte Dose. Außerdem sind immer vier medizinisch-technische Assistentinnen beziehungsweise medizinische Fachangestellte vor Ort, um die Patienten zu betreuen.

Kommentar

Nur noch die Großen können überleben

Der demografische Wandel  wird die Gesellschaft weiter beschäftigen – auch in Neumünster. Man muss kein Prophet sein um vorauszusehen, dass gerade die Zahl der älteren  Patienten erst einmal  nicht abnehmen wird.  Im Gegenteil. Und gerade für  diese Personengruppe ist es immens  wichtig, dass sie für ihre medizinische Versorgung keine Weltreise machen muss. Denn darauf wäre es für viele hinausgelaufen, wenn der Radiologie-Standort an der Rendsburger Straße weggefallen  wäre.    Die Praxis am FEK allein hätte den Bedarf nicht decken können. So mancher Patient hätte den Weg nach Kiel oder Hamburg antreten müssen. Dass das den Kranken jetzt erspart bleibt, ist    ein Riesen-Vorteil. Daher ist die große Radiologen-Lösung zu begrüßen.

Es stimmt allerdings nachdenklich, dass heutzutage offenbar nur noch große Praxen überleben können. Der Rest wird einfach kaputt gespart.

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