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Projekt der Musikschule : Eine Oper in der Johanneskirche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Musiker und Sänger führten in Wittorf die Barock-Oper „Acis und Galatea“ von Georg Friedrich Händel auf.

Neumünster | Ein kleines Publikum von rund 30 Zuhörern bekam am Sonnabend ein außergewöhnliches Programm in der Johanneskirche geboten: 16 Musiker und Sänger der Musikschule führten die Barock-Oper „Acis und Galatea“ von Georg Friedrich Händel auf. In kurze Episoden unterteilt, sangen die vier Solisten sowie der Chor verschiedene Arien. Die Leitung des Projekts lag bei Tatjana Großkopf, Gesangsdozentin an der Musikschule.

„Es sind fast alles meine Schüler, die hier mitmachen. Letztes Jahr haben wir diese Oper bereits aufgeführt, heute gibt es eine erweiterte Fassung“, sagte sie. Neu dazugekommen war eine Arie, außerdem haben die Sänger an ihrem Schauspiel gearbeitet. „Ich bin sehr stolz auf meine Schüler und den Chor“, sagte Tatjana Großkopf.

Sie ergänzte zwischen den Auftritten der Sänger die Handlung, da nicht die komplette Oper gezeigt werden konnte. „Eine Oper ist sehr anspruchsvoll, und wir haben uns die schönsten Arien und Gesänge rausgesucht“, sagte sie. Musikalisch begleitet wurden die Sänger von zwei Cembali und zwei Blockflöten.

Lars Scheffel, einer der Cembalo-Spieler, erklärte die alte Technik. „Die linke Hand spielt die Noten, die rechte improvisiert quasi. Eigentlich bin ich Jazzpianist, aber das hier macht mir genau so viel Spaß“, sagte der Biologie- und Chemielehrer aus Kiel.

Nach dem ersten Stück, gesungen vom Chor, hatte die Solistin Samantha Tetzlaff (22) ihren Auftritt: Mit kristallklarer, lieblicher Stimme sang sie sicher und gekonnt eine Arie und zog das Publikum in ihren Bann. Es war kein schiefer Ton dabei, ihr Gesang wirkte sehr professionell. „Opernmusik ist ein ganz neues Gebiet für mich, meine Lehrerin Tatjana hat mich da herangeführt“, sagte Samantha Tetzlaff, die beruflich als Altenpflegerin arbeitet.

Sie spielte die Rolle der Galatea, in die sowohl der Schäfer Acis als auch der Riese Polyphemus verliebt sind. Der Hirte Damon versucht, ein Unglück zu verhindern, indem er beide besänftigt. Am Ende wird Acis jedoch von Polyphemus mit einem Pfeil erschossen, der Tote verwandelt sich danach in einen Fluss und lebt so weiter. Die Solisten Muslim Bozan (17) in der Rolle des Damon, Rüdiger Schütt (50) als Riese und Jason Zeichner (20) als Acis überzeugten ebenfalls mit tollen, dunklen Stimmen und mit ihrer schauspielerischen Leistung. Für alle drei war es die erste Erfahrung mit Opernmusik, eigentlich kommen sie aus anderen Bereichen wie dem Musical oder der Popmusik. „Was uns alle verbindet, ist der Gesang“, sagte Jason Zeichner über die Gruppe.

Vom Gesang begeistert waren die Zuhörer Dagmar Schnee und Martina Ulrich, die selbst in einem Chor singen. „Ich finde, es sind wunderbare Stimmen“, sagte Martina Ulrich. Begeistert von der Solistin Samantha Tetzlaff war Dagmar Schnee: „Sie singt ganz deutlich und klar. Es wirkt so mühelos, einfach fantastisch.“ Nach der rund 90-minütigen Aufführung erwartete alle Musiker und Sänger ein herzlicher Applaus.

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