Eine Nortorferin ermittelt im Fernsehen

Preisgekrönt: Mit Heinz Hoenig in dem Kinofilm 'Die Katze'.
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Preisgekrönt: Mit Heinz Hoenig in dem Kinofilm "Die Katze".

Zu Hause hält Hündin Bonnie sie auf Trab. Im Fernsehen ermittelt sie mit als Polizistin mit Parson-Russell-Terrier Kalle: Ab 31. Januar wird Sabine Kaack wieder wöchentlich auf Verbrecherjagd gehen. Im Gespräch mit unserer Zeitung erinnert sich die Schauspielerin an ihre Zeit in Nortorf - ihres Heimatortes.

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09. Januar 2009, 09:19 Uhr

In wenigen Wochen feiert sie ihren 50. Geburtstag. Doch Angst macht ihr das nicht. Genauso wenig, wie sie ihren Geburtstag verheimlicht. "Mich interessiert Alter nicht wirklich", sagt die gebürtige Nortorferin Sabine Kaack. "Wache Augen oder Ausstrahlung" sind ihr viel wichtiger. Das klingt sehr überzeugend - obwohl sie Schauspielerin ist und in ihrem Beruf die Optik vielfach entscheidend ist.

Sabine Kaack hat keine Allüren. Ihre Natürlichkeit hat sich die sympathische Schauspielerin erhalten. Dabei ist sie seit dreißig Jahren erfolgreich im Geschäft. Bereits mit 19 Jahren hatte sie die Schauspielschule absolviert. Darum hat sie mit 17 Jahren ihre Heimatstadt verlassen - den Mittelpunkt Schleswig-Holsteins. Jetzt lebt Sabine Kaack mit ihrem Mann, dem Hautarzt Dr. Reinhard Pettker, ihrem Sohn Pelle und ihrer Hündin Bonnie in Berlin.

Geboren und aufgewachsen ist Sabine Kaack in Nortorf. Vergessen hat sie ihre Heimatstadt nicht. Im Gegenteil: "Schleswig-Holstein ist ein wunderschönes Bundesland", schwärmt sie. Wenn die heute 49-Jährige in der Nähe dreht, besucht sie die Stadt und alte Freunde. Zu einigen Freunden und Klassenkameradinnen hat sie noch Kontakt. Eine Mitschülerin aus der Realschule Nortorf lebt "vor Ort" und hat das "Networking" übernommen, schildert die Schauspielerin. Ab und zu treffen sich die Schulfreundinnen auch im Harz oder in Altena, dem Ort ihrer ersten Klassenfahrt.

Von Mai bis November 2008 war Sabine Kaack wieder im Norden - denn die dritte Staffel von "Da kommt Kalle" wurde in Flensburg und Hamburg gedreht. "Glücksburg ist eine traumhafte Ecke", erzählt sie begeistert. Und fügt hinzu: "Auch Eckernförde ist wunderschön."

Von Nortorf sagt sie: "Es hat sich viel verändert." Gar nicht gefällt ihr die Unterführung, wenn man von Süden auf die Stadt zufährt. Begeistert dagegen ist sie vom Marktplatz. Wenn draußen vor dem Italiener die Tische und die Sonnenschirme stehen, dann "hat das Flair". Rechts von dem Italiener hatte ihr Großonkel ein Milchgeschäft, erinnert sie sich. "Da wurde die Milch noch in die Milchkanne gepumpt."

Sie selbst stammt aus einem Kaufmannshaushalt. Ihre Eltern betrieben lange Jahre einen A&O-Laden. Da verwundert es wenig, dass Sabine Kaacks Vater nicht begeistert war, als seine Tochter Schauspielerin werden wollte. Andererseits hatte er ("Er hatte ein absolutes Gehör und spielte diverse Instrumente.") mit seiner Tochter kleine Parodien aufgeführt. "Ich habe mit 14 schon Theaterstücke geschrieben", erinnert sie sich. Die Idee, dass sie Schauspielerin werden könnte, hatte dann aber eine Außenstehende: Helga Feddersen. Die lebte mit ihrem damaligen Partner in der ehemaligen Schule von Ellerdorf, zwei Kilometer von Nortorf entfernt.

"Ich weiß noch, dass ich mit dem Fahrrad zu ihr gefahren bin, um ihr meine ,Witzparade vorzustellen", erzählt Sabine Kaack von ihrer erster Begegnung als 14-Jährige mit der "Ulknuel". Daraus entwickelte sich eine "innige Verbindung und tiefe Freundschaft" zu der großartigen Volksschauspielerin. "Sie hat mich sehr geprägt."

Helga Feddersen überredete die Eltern von Sabine Kaack, dass die damals 17-Jährige sich an der Hamburger Schauspielschule bewerben durfte. Bekannt wurde Sabine Kaack dann in der Serie "Diese Drombuschs". Als selbstbewusste Tochter Marion hatte sie eine Rolle mit vielen Facetten und sogar eine Vorbildfunktion für junge Mädchen: Die Teenager von damals kopierten ihren Kleidungs- und Frisurenstil. "Ein besseres Kompliment kann man gar nicht bekommen", freut sich Sabine Kaack noch heute.

Es folgten weitere Serien und Kinofilme (siehe Kasten rechts). Seit 2006 ermittelt sie mit dem Parson-Russell-Terrier Kalle in der ZDF-Vorabendserie "Da kommt Kalle". Sie spielt die berufstätige Mutter Pia Andresen, eine Polizeiobermeisterin in Flensburg. "Jetzt wurde sie zur Oberkommissarin befördert", verrät die Schauspielerin vor dem Anlauf der Staffel am 31. Januar. "Und Kalle wird noch mehr ein eigenständiger Ermittler".

Begeistert war sie von Tiertrainer Marco Heyse aus Hamburg, der "Archie Junior vom Niggeland" und "Little Roadrunners Archie of the Bravehearts" für die Serie trainiert. "Diese Hunde brauchen Bestätigung", weiß Sabine Kaack. "Sonst sterben sie vor Langeweile." Ihr eigener Hund, der Schäferhund-Huskie-Mix Bonnie, braucht viel Auslauf. Mindestens eine Stunde am Tag ist sie mit ihr im Park unterwegs oder im Sommer an der Krummen Lanke. "So bin ich immer an der frischen Luft", lacht die 49-Jährige. Die Bewegung hält sie fit. Da ist es dann nicht wichtig, welche Altersangabe im Ausweis steht.


Biographie
Sabine Kaack wurde am 20. Februar 1959 in Nortorf geboren. Mit 16 Jahren bestand sie die Aufnahmeprüfung an der Hamburger Schauspielschule, mit 17 war sie die jüngste Studentin für das Sommersemester. Ihr erster Film war „Onkel Bräsig“. Dann spielte sie am Kinder- und Jugendtheater „Kleks“ in Hamburg. Von 1983 bis 1992 war sie mit den „Diese Drombuschs“ im Fernsehen präsent; in der Serie „Soko 5113“ übernahm sie die Motorrad fahrende Ermittlerin Bärbel Mattner. Unter der Regie von Dominik Graf spielte sie in den preisgekrönten Kinofilmen „Die Katze“ und „Tiger, Löwe, Panther“. Als Heidi war sie in der RTL-Comedy „Die Camper“ zu sehen. Momentan steht Sabine Kaack oft auf der Bühne (u.a. als „Maria Stuart“). Außerdem setzt sie sich für die Deutsche Rheumaliga ein.

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