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Holsteinischer Courier

18. November 2017 | 18:47 Uhr

Spargel : Eine normale Saison geht heute zu Ende

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Spargelbauern in Kleinkummerfeld und Aukrug sind mit dem Ergebnis zufrieden.

shz.de von
erstellt am 24.Jun.2015 | 07:15 Uhr

Aukrug | Heute ist Johannistag, und die Spargelsaison geht zu Ende. Die Aukruger Spargelbauern ziehen eine durchwachsene Bilanz der Erntezeit – und das hängt insbesondere mit dem alles andere als spargelfreundlichen Wetter der vergangenen beiden Monate zusammen. „22 Grad und Sonnenschein“ seien das optimale Spargelwetter, meint Spargelbauer Gerd Looft-Böttiger: „Aber solche Bedingungen haben wir vielleicht an drei Tagen gehabt.“ Jan Eberlein aus Kleinkummerfeld spricht von einer deutlich schwächeren Saison als 2014, ist aber trotzdem zufrieden.

„Vor zehn Tagen sind wir morgens bei 3 Grad zum Wochenmarkt gefahren“, berichtet Spargelbauer Johann Holm. Mai und Juni waren in Mittelholstein deutlich zu kühl für den Geschmack der Bünzer Spargelbauern. „Ich hab dies Jahr zum ersten Mal Folie über meine Spargeldämme gelegt – und das hat sich richtig bezahlt gemacht“, berichtet Looft-Böttiger. Die Folie habe den Spargel vor Kälte und Regen geschützt.

Wegen der kühlen Frühlingstemperaturen hatte die Spargelernte zwei Wochen später begonnen als 2014. „Man neigt ja dazu, die Ernte mit dem Ergebnis des Vorjahrs zu vergleichen“, gibt Holm zu bedenken, „wir waren einfach verwöhnt vom tollen Wetter und der tollen Ernte des vergangenen Jahres.“

Im langjährigen Vergleich sei die Saison 2015 eher als „normal“ einzustufen: „Wir hatten eigentlich immer genug Spargel für unsere Kunden.“

Das sieht Jan Eberlein aus Kleinkummerfeld genauso. Der Spargel sei immer direkt vom Feld auf den Tisch gekommen.

Das geringe Angebot sorgte überdies für Preise, mit denen die Spargelbauern zufrieden sein konnten. „Was nützt mir eine Rekordernte, wenn ich meinen Spargel nicht loswerde, weil alle anderen Spargelbauern auch eine Rekordernte haben?“, meint Looft-Böttiger.

Dass der Johannistag den Schlusspunkt der Spargelsaison markiere, sei ein „ungeschriebenes Gesetz“, sagt Holm. „Die Pflanzen sollen ab sofort Kraft sammeln für das nächste Jahr“, erklärt Looft-Böttiger. „Wir hören jetzt mit dem Stechen auf, damit der Spargel genug Zeit zur Regeneration hat.“ Holm und Looft-Böttiger haben gestern schon die Folie von ihren Spargelfeldern genommen, ihre polnischen Erntehelfer verabschiedet und mit dem Einebnen der Spargeldämme begonnen. Auf den Spargelhöfen Holm und Looft-Böttiger gibt es deshalb heute auch keinen Spargel mehr.

Im Gegensatz zum Spargelhof Brandt. „Wir haben noch bis Sonntag geöffnet“, sagt Wiebke Brandt. Un auch bei Eberlein in Kleinkummerfeld wird noch bis zum Wochenende geerntet.

Holm und Looft-Böttiger haben mit dieser Saison bereits abgeschlossen und sind gedanklich schon im nächsten Jahr: „Wir peilen den 5. Juni 2016 als Datum für unser 11. Spargelfest an.“ Dann soll eine neue Königin in der Spargelhochburg Bünzen regieren. „Dafür haben wir beim Spargelfest schon einige Vorschläge gesammelt, aber die Suche geht noch weiter – Kandidatinnen können sich gern bei uns melden!“  


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