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Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 08:24 Uhr

Museumsnacht : Eine Nacht voller Kunst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die siebte Auflage der Veranstaltung lockte zahlreiche Neumünsteraner in Museen, Galerien und in den Wasserturm.

Neumünster | „Ich habe mich spontan entschieden, heute Nacht durch Neumünsters Galerien und Museen zu flanieren. Und ich bin total begeistert, wie viele Menschen unterwegs sind.“ Kerrin Wigger ist gerade in der Galerie Dekorat eingetroffen und schon hat sie die ersten Bekannten entdeckt. Die diskutieren lebhaft über die Werke der Künstlerin Christa Landig und lassen sich die Flammkuchen von Thomas Hildebrandt schmecken, während im Hintergrund ein Gitarrist Coversongs zum Besten gibt. Gaumen- und Ohrenfreuden sind seit jeher fester Bestandteil der Neumünsteraner Museumsnacht. Am Sonnabendabend fand sie zum siebten Mal statt und verwandelte Neumünsters Innenstadt in einen Ort lebendiger Betriebsamkeit.

Holstenstraße und Fürsthof glichen einer südländischen Flaniermeile. Sieben der 15 Ausstellungsorte hatten hier ihre Tore bis Mitternacht geöffnet. In der Holstenstraße Nummer 2 zeigte Ann Cathrin Raab freie Arbeiten, die sie eigens für die Museumsnacht geschaffen hatte. „Ich bin bereits das fünfte Mal dabei“, berichtete die bekannte Buchillustratorin. Nicht immer habe sie es geschafft, Bilder extra für dieses Event zu zeichnen. „Doch dieses Mal ist es mir gelungen“, sagte die gebürtige Brokstedterin. Ein paar Häuser weiter stand Christian Friedrich vor der Leinwand, umringt von neugierigen Besuchern, die scharenweise in sein Atelier gekommen sind, um dem Künstler beim Arbeiten über die Schulter zu schauen.

Mit dem Shuttleservice, zu Fuß oder per Rad ging es zum Kleinflecken. In der ehemaligen Druckerei Proppe hat Pee Stelling ihr Atelier für Ausdrucksmalen eingerichtet. Außer eigenen Projekten widmet sich die Künstlerin mit pädagogisch-therapeutischem Hintergrund hier regelmäßig ihren Kursteilnehmern. „Beim Malen kann man gut Gefühle abladen“, beschrieb die Großnichte des bekannten Neumünsteraner Malers Rudolf Stelling ihr Angebot. Emma (6) kann das nur bestätigen. Voller Hingabe bearbeitete sie ihr gerade entstandenes Werk großflächig mit einem Spachtel.

Auf dem Weg zum Wasserturm bot die Christianstraße einen ungewohnten Anblick. Da wo abends sonst nur Autos fahren, waren Menschen auf Fahrrädern unterwegs. Angeregte Unterhaltungen über die gemeinsame Ausstellung von Wilhelm Bühse, Ann Cathrin Raab und Heino Bubach begleiteten die Radfahrer. „Wir nutzen unsere Kunst, um den Wasserturm als eines der ältesten Gebäude und Wahrzeichen Neumünsters für die Bürger zugänglich zu machen“, beschrieb Bühse die Wahl des Ausstellungsorts. Kunst, Kultur, öffentlicher Raum – für den Bildhauer ist die Museumsnacht die perfekte Veranstaltung, um den Blick der Neumünsteraner für die Vielfalt ihrer Stadt zu schärfen.

Und die war nicht zu übersehen. Kunst und Kultur gab es außerdem im Museum Tuch + Technik, in der Sankt Johannis-Loge, in der Gerisch-Stiftung, im Caspar-von-Saldern-Haus, im Galerie-Restaurant Kontraste, im Weltladen, im Werkraum Fotografie, in der Galerie Peter Schultz, im Künstlerhaus Stadttöpferei und in der Bürgergalerie.

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erstellt am 26.Mai.2014 | 07:00 Uhr

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