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Auflagen für Bioabfälle : Eine Müll-Polizei wird es nicht geben

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Technische Betriebszentrum verschärft die Auflagen für Eigenkompostierung. In der Sitzung des Stadtteilbeirates Mitte wurden in diesem Zusammenhang Sorgen vor einer Müll-Polizei laut.

Neumünster | Es war nicht der ganz große Zulauf an Bürgern, der Ingo Kühl in der Sitzung des Stadtteilbeirates Mitte am Montagabend beim SC Gut Heil erwartete: Nur drei Neumünsteraner wollten sich bei dem Leiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ) über die neue Gebührenkalkulation für Straßenreinigung, Abfall- und Abwasserentsorgung informieren. Das ist wenig verwunderlich, weil Kühl die Satzungen bereits in mehreren Stadtteilbeiräten vorgestellt hat (der Courier berichtete).

Auf mehr Interesse stieß bei den Anwohnern dagegen das Thema Bioabfälle. Eigenkompostierer sollen künftig stärker in die Pflicht genommen werden, kündigte Kühl an. Behältnisse müssten beispielsweise von allen Seiten dicht und verschlossen sein. Ein Drahtgeflecht solle zudem  Ratten abhalten. Doch wie will man überprüfen, ob ein Komposthaufen den Vorschriften entspricht, womöglich durch stichprobenartige Kontrollen?, hakte ein Bürger nach.  In diesem Punkt konnte der TBZ-Chef beruhigen: Man baue auf die Einsicht der Bürger. Für eine sogenannte „Müll-Polizei“ fehle dem TBZ auch  schlicht das Personal. Ohnehin schreite das TBZ hauptsächlich nach konkreten Hinweisen von Nachbarn ein. Für die Beirats-Vorsitzende Antje Klein (SPD) war das ein bedeutender Aspekt: „Bei dem Gedanken an eine Müll-Polizei schaudert es mich.“

Ein weiterer Punkt beschäftigte sich mit den geplanten Baumfällungen an der Kaiserstraße im Zuge der Bauarbeiten für die Holsten-Galerie, die bei Anliegern auf Kritik stoßen. „An diesem Beschluss ist aber nichts zu ändern“, stellte Antje Klein fest. Die Firma ECE sei jedoch verpflichtet, für acht gefällte Bäume 26 neue zu pflanzen.  Die sollten möglichst innenstadtnah ihren Platz finden, schlug sie vor. Die Mitglieder des Stadtteilbeirates einigten sich aus diesem Grund darauf, einen Antrag zu stellen. Darin wollen sie fordern, vor einem Beschluss der Ratsversammlung gehört und beteiligt zu werden.

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erstellt am 12.Feb.2014 | 08:30 Uhr

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