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Abschied vom Weinkenner : Eine letzte Verkostung mit Udo Ludwig

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Udo Ludwig beendet nach 40 Jahren altersbedingt seine Tätigkeit als VHS-Weinlehrer.

Neumünster | Es dürfte in Neumünster kaum jemanden geben, der Weine liebt und Udo Ludwig (73) nicht kennt. Etwa 1000 verschiedenen Menschen hat er in rund 150 Volkshochschulseminaren in Schleswig-Holstein Wissenswertes über Wein mitgegeben. Jetzt hatte der Weinexperte in der VHS Neumünster seine letzte Weinverkostung. Damit beendete Udo Ludwig nach 40 Jahren altersbedingt seine Tätigkeit als VHS-Weinlehrer.

Ingo Kühl, Leiter des Technischen Betriebszentrums, tritt seine Nachfolge an. Gut 60 Besucher kamen zum Abschied ins Kiek In an die Gartenstraße, um sich dort in geselliger Runde zusammen mit ihrem geschätzten Lehrer noch einmal durch 20 ausgesuchte Weine zu probieren.

„Ich habe sehr viel gelernt von ihm über die Vielfalt der Weine und habe durch ihn verschiedene Winzer kennen gelernt“, sagte Annette Neumann, die sowohl VHS-Seminare als auch private Treffen bei Udo Ludwig zuhause mitgemacht hat und zur Abschlussverkostung aus Warder gekommen war. „Über den Geschmack von Wein habe ich viel gelernt von Udo und meinen Geschmack in Laufe der Zeit auch verfeinert“, stellte ihre Schwester Ute Diesner aus Boostedt während der Verkostung fest.

„Das schönste während meiner Tätigkeit waren die Kontakte zu den liebenswerten Menschen, die mit Herz und Seele dabei waren“, resümierte der Physikingenieur, der während seines Studiums Interesse am Wein entwickelt hatte.

Er hat Fachbücher gewälzt und am Deutschen Weininstitut in Mainz gelernt. Den Titel Sommelier führt er dennoch nicht. „Der wurde erst vor etwa 20 Jahren eingeführt, da war ich längst mittendrin“, erklärte der Familienvater.

Sein erstes Weinseminar an der Volkshochschule in Neumünster gab Udo Ludwig 1974. In vier Jahrzehnten hat sich die Herkunft der Teilnehmer gewandelt, wie der Weinexperte beobachtet hat: „Früher war das Publikum gesellschaftlich etabliert, man wollte als Gastgeber fundierte Weinkenntnisse haben.“

Heute hingegen seien die Besucher jünger und gehörten nicht nur der „oberen“ Gesellschaft an.


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erstellt am 12.Jun.2017 | 16:00 Uhr

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