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Erstaufnahme am Haart : Eine Kiste voller Spiel, Spaß und deutscher Kultur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Erstaufnahme für Flüchtlinge am Haart gibt es jetzt eine Kulturkiste. Rund 200 Kinder sollen sich spielerisch und kreativ mit ihrer neuen Heimat auseinandersetzen.

Neumünster | Einfache Musikinstrumente bauen, Murmeln kullern lassen, Flieger falten oder Pantomime spielen: Kinder aus Flüchtlingsfamilien sollen Möglichkeiten bekommen, sich in der Erstaufnahme spielerisch die Zeit zu vertreiben und nebenbei die deutsche Kultur zu entdecken. In der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge am Haart gibt es hierfür jetzt die Kulturkiste.

Kulturministerin Anke Spoorendonk und Anne Hermans, die Geschäftsführerin der Lern- und Experimentierwerkstatt Musiculum, überreichten gestern die bunt gefüllte Holzkiste an Nele Brüser, die stellvertretende Leiterin des Betreuungsverbands. „Wir wollen deutlich machen, dass die Kinder willkommen sind. Ich hoffe, dass die Möglichkeiten der Kiste intensiv genutzt werden, damit die Kinder spielerisch und kreativ den kulturellen Horizont ihres Ankunftslandes kennenlernen“, sagte die Ministerin.

Nele Brüser vom Deutschen Roten Kreuz betonte die Bedeutung des kreativen Spiels: „Die Kinder können eine Auszeit nehmen von traumatischen Erlebnissen und können sich beschäftigen.“ Das Angebot ist extra niedrigschwellig gehalten, damit jedes Kind unabhängig von Alter, Sprache, Geschlecht und Vorwissen etwas zum Beschäftigen findet. Insgesamt gibt es 20 Kisten, die an die 15 Landesunterkünfte in Schleswig-Holstein verteilt werden. Jede Kiste hat einen Wert von etwa 600 Euro.

Konzipiert und befüllt haben die Kisten Künstler unter Federführung des Kieler Musiculums. „Es sollten Dinge hinein, die nicht so teuer sind, wie etwa selbstgemachte Zupfinstrumente, ein Schellenstab oder Rasseln“, sagte Anne Hermans. Aber es gibt auch Material, mit dem die Kinder die Themen Tanz, Theater, Bildende Kunst und Spiel erproben können. So finden sie Fimo-Knete, Mikado, Straßenkreide, buntes Papier oder Softbälle. Außerdem gibt es einen CD-Player und eine CD mit Bewegungsliedern.

Die Kiste steht in einer der beiden Kinderspielstuben in der Unterkunft am Haart. Die Kinder sollen nicht wie in eine Spielkiste greifen und sich etwas herausziehen, sondern sich unter Anleitung von geschultem Personal mit dem Material beschäftigen. Wichtig dafür ist ein Begleitheft, das den Betreuern den Umgang mit dem Material zeigt und darüber hinaus viele Spielanleitungen bereit hält, die Kinder seit Generationen in Deutschland spielen.

Die 20 Holzkisten haben Häftlinge der Justizvollzugsanstalt gezimmert. Den Transport übernimmt die Landesvereinigung Kulturelle Kinder und Jugendbildung Schleswig-Holstein, die extra einen Kulturbus angeschafft hat. Das Kulturmobil bietet darüber hinaus den Kindern vor Ort weitere Möglichkeiten, sich künstlerisch zu betätigen.

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