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Niederdeutsche Bühne : Eine frech-frivole Komödie zum Ende der Saison

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Premiere bei der Niederdeutschen Bühne: Wenn der idyllische Heidehof plötzlich ein Bordell geworden ist, dann ist alles ganz anders

Hoppla! Zum Ende der Spielzeit präsentierte die Niederdeutsche Bühne (NBN) mit „Hopphei op’n Heidhoff“ eine frech-frivole Komödie. Vor ausverkauftem Haus (140 Besucher) hielt Regisseur Ulrich Herold am Freitag mit der niederdeutschen Bearbeitung des Dreiakters „Flying Feathers“ von Derek Benfield das Publikum in allerbester Laune. Die Zuschauer kringelten sich vor Lachen angesichts der Klamotte, in der nach bester burlesker Art die Sitten über Bord geworfen werden – natürlich alles im konventionellen Rahmen.

Darin betreten die Geschwister Heinrich und Selma Petersen den idyllischen Heidehof, den ihnen der verstorbene Bruder Bernhard hinterlässt. Der töffelige Polizeipräsident in Knickerbockern (Jürgen Goldkamp) und seine arg zugeknöpfte Schwester (Dagmar Wilhelmsen-Schmitt) erhoffen sich einen beschaulichen Urlaub auf dem Bauernhof. Den hat die Verwalterin Dora Wienböker (Heike Ingwersen) allerdings heimlich in ein Bordell umfunktioniert. Als bei ihr der Groschen fällt, dass sie es nicht mit den üblichen Gästen zu hat, bekommt sie alle Hände voll zu tun, den Schein des von Schweinen und Kühen bestimmten Alltags zu wahren – aber das schwierig, wenn die Damen des Hauses in wenig Nylon und Spitzen bekleidet umherstöckeln, anstatt in Gummistiefeln und Cordhosen die Forke zu stemmen.

Zu allem Überfluss tauchen Besucher mit eindeutigen Absichten auf, so etwa der als Pastor verkleidete Rudolf Fesenfeld (Volker Rohweder). Den Höhepunkt des rasanten Versteckspiels bildet die Ankunft des doch nicht verstorbenen Zwillingsbruders von Heinrich, Mönch Bernhard Petersen. Den begrüßt eine der leicht geschürzten Damen (Patricia Juds) in dem Glauben, es handle sich um den verkleideten Polizeipräsidenten: „Se sünd ’n beten pervers?“, woraufhin der antwortet: „Nee, katholisch.“

Lustige Dialoge mit bisweilen derben Sprüchen, ein mit neun Schauspielern großes Personal, eine tolle schummrig-samtene Bühnenausstattung und natürlich die gewagten Kostüme sorgten für eine gelungene Premiere mit kleinen Überraschungen. So fuhr plötzlich klingelnd ein Fahrrad durch den Zuschauerraum, und Leon Rückert zeigte Travestiegeschick, als er in milieutypischer Garderobe auf schwindelerregend hohen Schuhen und mit spitzen Schreien die Animierdame Henni gab. Eine solide Leistung zeigten alle der spielfreudigen Schauspieler, hervor stach allerdings Volker Rohweder, der seiner komischen Rolle noch viel Natürlichkeit verlieh.

Beim Publikum kam das Stück gut an. „Jede Rolle hat ihren Reiz, aber besonders gefallen mir Gaby und die Bordellbesitzerin. Ein sehr kurzweiliges Stück“, sagte die Besucherin Gisela Witt, die mit ihrem Mann Hans-Jürgen zum ersten Mal die Studio-Bühne an der Klosterstraße besuchte – und wieder kommen will.

Weitere Aufführungen finden statt auf der NBN-Bühne in der Klosterstraße 12 von Montag bis Mittwoch um 20 Uhr, am Donnerstag und Freitag im Theater in der Stadthalle ebenfalls um 20 Uhr, sowie Sonnabend (20 Uhr) und Sonntag (16 Uhr) wieder im Studio.


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erstellt am 13.Apr.2015 | 06:15 Uhr

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