Brachenfeld : Eine Feuerwehr verabschiedete sich

David Schüler (links) und Christoph Fürst (beide 18 Jahre alt) sind die letzten Feuerwehrleute, die in der Feuerwehr Brachenfeld verpflichtet wurden.
David Schüler (links) und Christoph Fürst (beide 18 Jahre alt) sind die letzten Feuerwehrleute, die in der Feuerwehr Brachenfeld verpflichtet wurden.

Die Freiwillige Wehr Brachenfeld kam zu ihrer 108. und letzten Jahreshauptversammlung zusammen – sie wird nun Teil der Wehr Mitte

Avatar_shz von
30. Januar 2017, 12:00 Uhr

Neumünster | „Historisch“ war das Wort des Abends am Freitag. Während der 108. Jahresversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Brachenfeld im Landgasthof Wilhelmsruh fiel das Wort oft. „Es ist eine historische Stunde. Dieser Abend wird in die Annalen des Stadtfeuerwehrverbandes gehen. Es ist die letzte Jahresversammlung dieser Wehr, so wie wir sie kennen“, sagte Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens. Wie berichtet fusioniert die Wehr Brachenfeld mit Stadtmitte.

Die neue Wehr heißt Neumünster-Mitte. Die Ratsversammlung muss dem zwar noch zustimmen, aber nicht nur Gerd Lassen vom Brandschutzausschuss zeigte sich auf der Sitzung zuversichtlich, dass das „mit großer Mehrheit“ passieren wird. „Fakt ist, es gab für die Feuerwehr Brachenfeld nur zwei Möglichkeiten: zu fusionieren oder die traditionsreiche Feuerwehr an der Hauptstraße zu begraben“, brachte es Brachenfelds Wehrführer Jens Stölten auf den Punkt. Letzteres kam für niemanden infrage. Die Fusion war lange vorbereitet. Zahlreiche gemeinsame Dienstabende und gesellige Zusammenkünfte in den vergangenen zwei Jahren zeigten: Das Miteinander ist gut.

Im November vergangenen Jahres wurde ein Wahlmarathon veranstaltet, um zahlreiche neue Ämter zu besetzen (der Courier berichtete). Als Wehrführer der Wehr Neumünster-Mitte wurde Torsten Petermann gewählt. Jens Stöl-ten verstärkt als Vize-Wehrführer den Vorstand.

Am Freitag zog er ein letztes Mal Bilanz für die Brachenfelder. Und die Wehr stellte im vergangenen Jahr einen neuen Einsatzrekord auf: 128-mal (86-mal im Vorjahr) rückten die 27 ehrenamtlichen Kameraden der Einsatzabteilung aus. Auch hier schlugen zahlreiche Fehlalarme zu Buche. Die Brandmelde-anlage eines Alten- und Pflegeheims in der Innenstadt schlug im vergangenen Jahr glatt 39-mal (Fehl-)Alarm. An einem Tag rückte die Feuerwehr innerhalb von 24 Stunden fünf Mal zu besagter Einrichtung aus. „Hier muss unbedingt eine Lösung gefunden werden, um die Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden“, forderte Stölten, wie es kürzlich schon Stadtmittes Vize-Wehrführer Rolf Schlüter tat. Jan Steinert von der Berufsfeuerwehr zeigte Verständnis für seine ehrenamtlichen Kameraden. Er mahnte dennoch, dass jeder Einsatz ernst genommen werden müsse. „Fehlalarme haben vielerlei Gründe. Es ist 99-mal nichts los, aber es kann auch immer der Ernstfall eintreten“, betonte er.

Während der Versammlung wurde Jochen Lorenzen zum Ehrenmitglied ernannt. Ehrung: Marco Gries (20 Jahre). Beförderung: Michael Böttcher (Hauptfeuerwehrmann). David Schüler und Christoph Fürst wurden verpflichtet und verstärken die Wehr ab sofort.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen