Neumünster : Eine feste Anlaufstelle für viele Obdachlose

Das Café Jerusalem  bietet vielen Hilfesuchenden unter anderem Zuflucht, Gespräche und ein leckeres Essen. Foto: Klasse 9b
Das Café Jerusalem bietet vielen Hilfesuchenden unter anderem Zuflucht, Gespräche und ein leckeres Essen. Foto: Klasse 9b

Schüler besuchen das Café Jerusalem / In der Einrichtung werden Hilfesuchende in Alltagssituationen unterstützt / 30 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich für Betroffene

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22. Juni 2013, 08:57 Uhr

Neumünster | Seit 19 Jahren schon kommen Obdachlose und Hilfsbedürftige aller Art ins Café Jerusalem. Die Menschen sind dort wie eine Familie. Sie lachen, reden und haben Spaß. Hier werden sie wie normale Menschen behandelt und respektiert und nicht wie Menschen, die am Rande unsere Gesellschaft leben. Davon konnten sich Schüler der Klasse 9b der Gesamtschule Faldera überzeugen, als sie jetzt während des Projektes "Zeitung in der Schule" (Zisch) vor Ort recherchierten.

Damit das alles jeden Tag funktioniert, sind fünf Voll- und Teilzeitkräfte sowie 30 ehrenamtliche Mitarbeiter tätig. Sie helfen den Obdachlosen in ein normales Leben zurückzukommen, denn viele Wissen nicht mehr, wenn sie das Café verlassen, wie ein normaler Alltag mit seinen Höhen und Tiefen funktioniert. Das Café wird vom "Verein für Missionarische Sozialarbeit der Evangelischen Allianz Neumünster " unterstützt und finanziert.

Die Mitarbeiter unterstützen diese Menschen in Alltagssituationen und zeigen ihnen Wege, wie sie diese bewältigen können. Dabei werden die Betroffenen keinesfalls bevormundet. Schon vorher wird ganz einfach bei ganz vielen wichtigen kleinen Dingen direkt und vor Ort geholfen.

Da die Obdachlosen nicht viel Geld für Kleidung oder Essen haben, bietet das Café ein warmes Mittagessen jeden Tag für einen Euro an. Für uns, die nicht auf der Straße leben müssen, ist das nicht viel Geld, aber für Obdachlose ist es hart erarbeitetes Geld. Zudem haben sie die Möglichkeit, sich durch gespendete Kleidungen neu einzukleiden, oder sich mit gut erhaltenen Haushaltsgegenständen, Büchern, Spielen oder Schallplatten einzudecken. Hinzu kommt, dass es immer mehr Menschen gibt, die unverschuldet in eine ausweglose Situation geraten sind und auf die unkomplizierte Hilfe von dem Café Jerusalem hoffen.

Der Leiter des Café, Andreas Böhm, berichtet, dass alle Mitarbeiter bei Besuchen in anderen christlichen Gemeinden über ihre Arbeit erzählen und so helfen, den Bekanntheitsgrad des Cafés zu erweitern. Dies führte im positiven Sinne dazu, dass auch andere Städte ähnliche Einrichtungen eröffnet haben.

Täglich besuchen Stammgäste, oft schon in der zweiten Generation, das Haus an der Bahnhofstraße. Man kennt sich eben schon, denn einige bleiben den ganzen Tag dort, von der Öffnung am Morgen bis zur Schließung am Abend. 60 bis 80 Gäste pro Tag suchen das Café auf und 80 bis 100 Mahlzeiten werden pro Tag ausgegeben.

Daher will das Café Jerusalem im Jubiläumsjahr 2014 ein neues großes Projekt ins Leben rufen: Ein Lebenshaus für Bedürftige und Hilfesuchende soll entstehen. In diesem Haus haben sie in Zukunft die Möglichkeit, zu leben und zu wohnen.

Deshalb benötigt diese tolle Einrichtung auch weiterhin Geld- und Sachspenden zur Unterstützung für ihre Arbeit.

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