150 Jahre Stadtfeuerwehrverband : Eine Fahne als Geburtstagsgeschenk

Das ist die erste Fahne des Stadtfeuerwehrverbandes: Fahnenzugführer Thorsten Schuldt (rechts) zeigte das gute Stück, das Sebastian Genz (von links), Florian Bredfeld und Thomas Dettmann als Abordnung hielten.
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Das ist die erste Fahne des Stadtfeuerwehrverbandes: Fahnenzugführer Thorsten Schuldt (rechts) zeigte das gute Stück, das Sebastian Genz (von links), Florian Bredfeld und Thomas Dettmann als Abordnung hielten.

Der Stadtfeuerwehrverband feierte am Sonnabend sein 150-jähriges Bestehen mit 250 Gästen, einer Fahnenweihe und einem Berliner Bären.

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18. Mai 2015, 06:00 Uhr

Neumünster | Gekonnt überspielte Manuela Söller-Winkler am Sonnabend ihren Fehlgriff. Eigentlich wollte die Innen-Staatssekretärin nach ihrer Rede zum 150-jährigen Bestehen des Stadtfeuerwehrverbandes in der Fahrzeughalle der Berufsfeuerwehr eine goldene Glocke als Ehrengabe an Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens überreichen. Doch sie erwischte den ähnlich aussehenden Karton des Deutschen Feuerwehr-Präsidenten Hans-Peter Kröger und zog zur Verwunderung und Heiterkeit der 250 Gäste einen orangenen Berliner Bären hervor. „Das ist ja mal ein ungewöhnliches Geschenk“, freute sich Jürgens, ehe das Missgeschick aufgeklärt wurde. Den Bären hatte Kröger extra für Jürgens’ Schreibtisch ausgesucht: „Er kann aufrecht oder auf dem Kopf stehen. Steht er aufrecht, sind Gäste willkommen, sonst müssen sie draußen bleiben.“

Begonnen hatte der Festakt am Nachmittag bei leichtem Nieselregen mit der Weihe der ersten Fahne des Stadtfeuerwehrverbandes. Im Beisein von Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger, Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und dem stellvertretenden Landesbrandmeister Michael Raddatz enthüllten Kröger und Jürgens die blaue Fahne mit dem Stadtwappen. 7000 Euro hat sie gekostet. Die eine Hälfte zahlte die Stadt, die andere Hälfte kam durch Spenden zusammen.

„Die Fahne ist nun das Zeichen für die intakte und leistungsfähige Gemeinschaft der Feuerwehren in Neumünster und steht für die Zusammengehörigkeit“, sagte Kröger. Er ging kurz auf die Historie ein. Fahnen für die Feuerwehr seien Mitte des 19. Jahrhunderts in Mode gekommen, als auch erstmals Uniformen getragen wurden. „Da in den Uniformen alle gleich aussahen, wollte man wieder einen Unterschied der einzelnen Truppen erkennbar machen“, erklärte der Präsident. Bei besonderen Anlässen soll die neue Fahne gehisst werden.

Manuela Söller-Winkler betonte in ihrer Rede die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für das Land. Wer Mitglied sei, opfere viel Freizeit für eine wichtige Aufgabe. „Sie setzen das eigene Leben aufs Spiel, um anderen zu helfen. Das ist unersetzlich und unbezahlbar“, erklärte die Staatssekretärin. Einen Dank richtete sie auch an die Familien der ehrenamtlich tätigen Feuerwehrleute: „Ohne die Unterstützung von Lebens- und Ehepartnern geht es nicht.“

Oberbürgermeister Olaf Tauras sagte, Freiwillige Feuerwehren und Berufsfeuerwehr bildeten in Neumünster eine starke Einheit und böten der Bevölkerung das „gute Gefühl von Sicherheit“. Er versprach, die Stadtverwaltung werde die Feuerwehr auch weiterhin bei ihrer Entwicklung unterstützen, „wo es machbar ist“. Bei einem deftigen Essen, Getränken und Musik von der Michael-Weiß-Jazzband wurde noch bis in den Abend hinein gefeiert.

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