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Europawahlkampf : Eine Bundeskanzlerin zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Angela Merkel warb auf dem Großflecken für die Europawahl. Vor und nach der Veranstaltung kamen Neumünsteraner kurz mit ihr ins Gespräch.

Neumünster | Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel sorgte am Sonnabend für einen Ausnahmezustand in der Innenstadt: Um 11 Uhr wurde die mächtigste Frau der Welt in Neumünster erwartet und 3000 Menschen wollten laut Veranstalterangaben hören, was sie zu sagen hat.

Um die Wartezeit zu überbrücken, gab es Live-Musik und erste Interviews. So machte die Verwaltungsspitze zunächst ein wenig Werbung in eigener Sache. „In Neumünster herrscht immer so ein Wetter“, versicherte Stadtpräsident Friedrich-Wilhelm Strohdiek mit Blick in den blauen Himmel und Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras betonte, dass es für Neumünster derzeit sehr gut laufe.

Die Polizei war rund um den Großflecken stark präsent, hielt sich aber diskret im Hintergrund. Die Bühne, auf der Angela Merkel sprechen sollte, war weiträumig durch so genannte Wellenbrecher abgesperrt. Unterdessen nahm viel Politprominenz im Bereich für geladene Gäste Platz. Ottonormalbürger mussten sich mit einem Stehplatz außerhalb des abgesperrten Bereichs begnügen. Das Geschehen auf der Bühne wurde aber auch auf großen Leinwänden übertragen.

Die Besucher mussten sich allerdings ein wenig in Geduld üben. Während CDU-Spitzenkandidat David McAllister schon recht früh zugegen war, verspätete sich die Kanzlerin eine Viertelstunde. Ihr Hubschrauber konnte wegen des morgendlichen Nebels nicht in Neumünster landen, sodass sie mit dem Auto anreisen musste. Bevor die Kanzlerin auf die Bühne ging, stattete sie einer nahegelegenen Bäckerei einen Besuch ab. In Windeseile verbreitete sich unter den Herumstehenden, dass die „mächtigste Frau Europas“ dort - bestens abgeschirmt durch Sicherheitskräfte - das stille Örtchen aufsuchten musste. Die nüchterne Erkenntnis einer Neumünsteranerin, die an einem der Tische vor der Bäckerei Kaffee trank: „Frau Merkel ist eben auch nur ein Mensch.“

Unter die Besucher mischten sich auch einige wenige Merkel-Gegner, die ihr mit unvorteilhaften Fotos auf Plakaten symbolisch die rote Karte zeigten. Auch einige offenkundige SPD-Sympathisanten garnierten die spätere Rede der Kanzlerin mit vereinzelten Zwischenrufen. Nach etwa einer Stunde mit Angela Merkel und dem gemeinsamen Anstimmen der Nationalhymne war schon wieder alles vorbei. Die Kanzlerin verließ die Bühne durch den Hinterausgang und machte sich diesmal doch auf den Weg zum Flughafen. Dort wartete der Kanzler-Helikopter der Luftwaffe. Mitglieder des Flugportclubs hatten sich nach Absprache mit dem Piloten vor dem Hubschrauber im Spalier aufgestellt, um die Kanzlerin in Empfang zu nehmen. Die Kanzlerin freute sich über die Geste. Ehe sie zum nächsten Wahlkampf-Termin nach Hamburg abhob, nahm sie sich noch Zeit, für ein kurzes Gespräch und ein Gruppenfoto.

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erstellt am 19.Mai.2014 | 06:45 Uhr

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