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Schultheaterfestival : Eine berührende Inszenierung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Musicalklasse der Musikschule brachte „Der Libellensee“ gekonnt auf die Bühne

shz.de von
erstellt am 06.Jun.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Eine Geschichte, die Mut macht, an das Gute zu glauben und sich dafür einzusetzen, hat die Musicalklasse der Musikschule am Donnerstagabend im Rahmen des Schultheaterfestivals berührend auf die Bühne gebracht. Die rund 180 Zuschauer waren begeistert von dem spielfreudigen Einsatz der 15 Jugendlichen in „Der Libellensee“.

Die Geschichte handelt von Schülern des Internats Tempelhof, die in das fiktive Land „Bergania“ reisen, um dort an einem Friedensfestival teilzunehmen. Dort regiert die Königin Johanna, die einem Nachbarland nicht erlaubt, militärische Truppen durch ihr kleines Bergania zu schicken. Dann gibt es noch die Prinzessin Karla, die unter den royalen Zwängen leidet. Sie freundet sich mit der Internatsschülerin Tally an. Als die Königin bei dem Fest erschossen wird, schwebt Karla in großer Gefahr, aber ihre neuen Freunde schaffen es, sie zu retten.

Nicht zufällig dürfte die in England aufgewachsene Autorin des Romans, Maria Charlotte Michelle Wiesner, die das Pseusonym Eva Ibbotson gewählt hat, den „Moral Sense“ als Faktum behandelt haben. Die Überzeugung vom moralischen Sinn, der angeboren ist wie Schmecken oder Sehen, scheint als Grundtendenz der Figurenzeichnung immer wieder durch.

„Besonders junge Menschen haben einen starken Sinn für Gemeinschaft und Gerechtigkeit“, meinte Stephanie Peters, die den Roman als Musical-Lehrerin für die Bühne bearbeitet hat. „Der Fokus liegt auf den Werten Gerechtigkeit, Bildung und Toleranz. Bildung ist maßgeblich daran beteiligt, Angst vor dem Fremden abzubauen und Toleranz zuzulassen“, meinte sie. Gelungen ist den Schülern und der Regisseurin auch auf formaler Ebene eine überzeugende Darbietung. In einer ausgewogenen Mischung aus Text und Gesang, tollen Solo-Balletteinlagen und Gruppentanz, Live-Musik und CD-Einspielungen bewegten sich die Jugendlichen immer im Rahmen ihrer Fähigkeiten.

„Am Musical mag ich, dass ich Gesang und Schauspiel verbinden kann“, verriet die Kant-Schülerin Maja Taedcke (18), die die Königin spielte und seit etwa zwei Jahren Musicalunterricht nimmt. Und es bereichert auf der Ebene der Gefühlsentwicklung, wie die Lehrerin Stephanie Peters erklärte: „Über den Gesang bekommt man einen direkten Kontakt zu seinen Emotionen.“ An denen ließen die Schauspieler das Publikum teilhaben, wie auch die Besucherin Silke Wendt fand: „Man merkt, dass die Jugendlichen sich viel mit dem Stück und ihren Rollen beschäftigt haben. Es wirkt alles sehr lebendig.“

Weitere Aufführungen von „Der Libellensee“ gibt es im Caspar-von-Saldern-Haus am 19. und 20. Juni um 19 Uhr und am 21. Juni um 16 Uhr.

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