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Wattenbek : Eine Ausstellung mit großem Stellenwert

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

21 Künstler zeigten in Wattenbek im Schalthaus ihre sehr unterschiedlichen Werke.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2017 | 17:00 Uhr

Wattenbek | Bunt und lustig, nachdenklich und rätselhaft, aber immer interessant. Auch die 18. Wattenbeker Kunstausstellung zeigte wieder hohe Qualität von 21 semiprofessionellen Künstlern und lockte an zwei Tagen 500 Besucher in das Schalthaus.

Und diesmal ging es sogar ein wenig provokant zu, wenn der Blick des geneigten Kunstinteressierten in die Ecke das Saales schweift und dort bereits ein verschmitzt dreinschauender Horst Neumann wartet. Im Hintergrund ein sofort ins Auge stechendes grell-gelbes Portrait von Kanzlerin Angela Merkel von Edzard Ihnen. Die obliogatorische Raute und einen fromm lächelnden, diesmal erotisch angehauchten Blick sah man da. Dann aber extrem überdimensionierte Proportionen und üppig ausgestellte Weiblichkeit. Ist es Verballhornung oder Hommage?, fragte man sich da. „Ich hatte erst den Rumpf gemalt, und dann ist mir Angela Merkels Gesicht eingefallen“,erzählte derBordesholmer. Für Gesprächsstoff in Geschmacksfragen sorgte dieser gelbe Wonneproppen, den Edzard Ihnen auch noch „Venus“ zu nennen wagt, aber allemal.

Zart besaiteter ging Gabi Langer mit ihren Holzfiguren zu Werke. Diese bestehen zum Beispiel aus alten Eisenbahnschwellen, in die die Neumünsteranerin aus der Künstlergruppe „Die Farbenspalter“ zweckmäßige Lampen zusammen mit kleinen Eisenbahn-Miniaturfiguren gebaut hat. Das Ergebnis kann sich in jeder Wohnung sehen lassen, genau wie die „behüteten Kerle“, die eine andere Sicht auf das vermeintlich starke Geschlecht zeigen. „Wenn ich nicht schlafen kann, kommen mir eben solche Ideen“, meinte Gabi Langer.

Schöne Einfälle hat auch Hartmut Pläthe aus Boksee. Seine Figur „Moderne Zeiten“ ist ein alter Perückenkopf, bestückt mit den manchmal zweifelhaften Errungenschaften der Moderne, wie Handy, Batterie, Uhren und Antennen. Angelehnt ist der komische Kerl an den dadaistischen Künstler Raoul Hausmann, dessen Ansatz eines multivernetzten Menschen aus den 20er-Jahren der ehemalige Kunsterzieher Päthe brückenschlagend in das Hier und Jetzt übertragen hat.

Musikalisch endete dieser kleine Extrakt der Ausstellung bei Günter Vogel aus Neumünster, der mit seinen Portraits von Musik-Ikonen wie Frank Zappa oder dem bebrillten John Lennon ins Auge stach. Aber auch deutsche Granaten waren dabei, und wenn man sein Aquarell-Portrait von Udo Lindenberg betrachtete, meinte man unweigerlich, dessen berühmtes Nuscheln im Raum zu hören.

Unmöglich, alle engagierten Aussteller dieser beeindruckenden Leistungsschau im norddeutschen Raum zu erwähnen. Rege Nachfrage von Besuchern wie Künstlern zeugten vom großen Stellenwert dieser Veranstaltung.

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