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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 03:24 Uhr

Verkehrschaos : Einbußen auch auf dem Markt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Großfleckensperrung scheint sich auf die Umsätze der Marktbeschicker auszuwirken. Courier-Umfrage ergab kaum positive Stimmen

shz.de von
erstellt am 12.Okt.2013 | 15:15 Uhr

Wie wirken sich der Verkehrsversuch und die Baustellen auf die Kundenströme und den Umsatz auf dem Wochenmarkt aus? Der überwiegende Tenor bei einer Courier-Umfrage ergab gestern: Es kommen weniger Kunden, es gibt Umsatzrückgänge, Kunden klagen über die Parkmöglichkeiten und die komplizierte Anfahrt.

Stefan Wegener, Sprecher der Marktbeschicker, nahm in gewohnter Manier kein Blatt vor den Mund: „In meinem Betrieb habe ich bis zu 30 Prozent Einbrüche. Uns fehlt das Umland.“ Das Zusammentreffen von Versuch und Baustellen nennt er „eine einzigartige Katastrophe und eine fast schon mutwillige Fehlplanung“. Der jetzige Zustand könne die ganze Innenstadt dermaßen schädigen, dass es nicht absehbare Folgen gebe, so Wegener.

Auch andere Marktbeschicker stellen Einbußen fest. „Vor allem ältere Kunden, die früher mit ihrem Auto herangefahren kamen, weil sie den Sack Kartoffeln nicht schleppen konnten, kaufen jetzt weniger“, sagt Michael Rosenow vom Kartoffelbauern Koopmann.

„Auswärtige Kunden beschweren sich, fahren große Umwege, finden das eine Zumutung. Sie überlegen, ob und wann sie kommen, zum Beispiel zweimal statt viermal im Monat“, stellt Fleischermeister Sascha Reiss (44) aus Neumünster fest. 20 Prozent weniger Umsatz könnten es schon sein. „Unsere Kunden sind keine Supermarktgänger, sie weichen dann auf auswärtige Wochenmärkte aus“, sagt er. Nach Meinung von Reiss sollte man den Verkehrsversuch bis zum Ende der Baustellenphase verschieben.

„Der Dienstag ist geplättet, der Freitag geht einigermaßen, aber es ist ein bisschen weniger geworden“, sagt Ben Fredj vom Fischhändler Keste. Faktoren könnten aber auch die Ferien, das Wetter und das Monatsende sein.

Positiv sieht dagegen Marktbeschicker Klaus Wischniewski den Verkehrsversuch. „Wir haben mehr Zulauf, das wirkt sich positiv aus, wir haben keine Nachteile“, sagt der Groß Kummerfelder. Die Baustellen seien tatsächlich katastrophal, aber in Hamburg sei das auch nicht besser. Wenn man allerdings Parkplätze wie am Haart streiche, bedeute das Nachteile für die dortigen Geschäftsleute.

Lange Kundenschlangen gab es gestern am Stand des Obsthofes Blohm. „Wir haben denselben Umsatz wie im Vorjahr. Für uns wirkt sich der Versuch weder positiv noch negativ aus“, sagt Chefin Claudia Blohm (30).

Marktkunden beschrieben die Verkehrssituation unterschiedlich. „Der Waschpohl ist proppedickevoll, ich bin dreimal herumgefahren, bis ich einen Parkplatz bekam“, sagt Martina Heckendorf (53) aus Aukrug. Aber im Prinzip würde sie angesichts der Parkplatzsituation eher auf Real oder andere Supermärkte ausweichen.

Positiv sieht dagegen Renate Trottenberg (63) die Verkehrsberuhigung. „Ich parke auf dem Kleinflecken, am Waschpohl oder auf dem AOK-Parkplatz, ich laufe gerne, habe aber auch Zeit. Man sollte aber die Zufahrtsmöglichkeiten optimieren“, meint die Ehndorferin.

Regelmäßige Marktgängerin ist Kristina Behnke (61) aus Bönebüttel: „Jetzt wird man nicht mehr so vollgedröhnt mit Autolärm und Auspuffgasen. Man kommt etwas besser über die Straße. Die Baustellen sind für mich kein Problem, ich benutze immer schon den Ring. In Hamburg nimmt man ja auch längere Wege in Kauf.“

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