Einblicke ins Leben eines Künstlergenies

Dr. Hans Thomas Carstensen erzählte Interessantes aus dem Leben des Vincent van Gogh. Im Hintergrund ist eine Projektion des Bildes „Der Sämann“.   
Dr. Hans Thomas Carstensen erzählte Interessantes aus dem Leben des Vincent van Gogh. Im Hintergrund ist eine Projektion des Bildes „Der Sämann“.  

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20. Januar 2016, 12:15 Uhr

Wie lebte eigentlich der Mann, der die berühmten Sonnenblumen gemalt und sich im Wahn ein Ohr abgeschnitten hat? – In einem lebendigen und reich bebilderten Vortrag schilderte am Dienstagabend Dr. Hans Thomas Carstensen vor 75 weiblichen Gästen das unglückliche Leben des heute weltbekannten Niederländers Vincent Willem van Gogh (1853-1890).

Geladen zu dem Vortrag im Restaurant der Holstenhallen hatte Dorit Hartz, die Vorsitzende des Landfrauenvereins Neumünster und Umgebung. „Wir legen Wert auf Geselligkeit und Fortbildung. Van Gogh als Vortragsthema haben die Damen ausdrücklich gewünscht“, erklärte sie.

Dem Hamburger Kunsthistoriker Carstensen gefallen die Werke des Niederländers auch persönlich: „Er ist für mich ein bahnbrechender Künstler, ein Pionier.“ In dem kenntnisreichen und interessant ausgearbeiteten Vortrag erzählte der Experte die Geschichte eines Künstlers, der sich selbst gar nicht so bezeichnete. „Er sah sich selbst mit hoffnungsloser Talentlosigkeit geschlagen“, berichtete Carstensen. Zu seinen Quellen gehören auch die vielen Briefe des belesenen und hochsensiblen van Gogh, die literarischen Charakter haben und mittlerweile als Buch herausgegeben worden sind.

Zeit seines Lebens war der Autodidakt van Gogh arm und in der Kunstwelt nicht anerkannt. Lediglich eines von über 800 hinterlassenen Werken hat er verkauft. Geld verachtete der eigensinnige Künstler als „gedrucktes Recht des Stärkeren“ und setzte sich für ein sozialistisches Künstlertum ein. So verstand er sich als Volkskünstler, der die einfachen Menschen festhalten wollte. Seine „Kartoffelesser“ (1885) stießen nicht nur wegen des Motivs auf Befremden, sondern auch durch die grobe Darstellung und dunkle Farbgebung. Dem depressiven und alkoholkranken Außenseiter van Gogh kam es aber weniger auf eine genaue Abbildung der Natur an. Vielmehr sah er die Natur symbolhaft an und wollte deren Stimmung ausdrücken.

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