Welt der Lokomotiven : Einblicke in die Welt der Dampfloks

Gerhard Schlünsen (80) zeigt seine neuste Konstruktion. Die Lok hat er in mühevoller Handarbeit selbst gebaut. Auf den Testlauf ist der Lokführer nun gespannt.
1 von 2
Gerhard Schlünsen (80) zeigt seine neuste Konstruktion. Die Lok hat er in mühevoller Handarbeit selbst gebaut. Auf den Testlauf ist der Lokführer nun gespannt.

Rund 150 Besucher staunten über eine besondere Modellbahnanlage.

shz.de von
13. Juni 2016, 06:00 Uhr

Neumünster | Gerhard Schlünsen (80) hat am Wochenende die Tore geöffnet und in seine wunderbare Welt der Dampfloks geladen. Rund 150 Besucher staunten über die Modellbahnanlage, die die Dampfbahnfreunde Neumünster in dem 5500 Quadratmeter großen Schrebergarten in der Kleingartenkolonie der Eisenbahn gleich hinter den Holstenhallen ins Leben gerufen haben.

600 Meter Gleise, acht Weichen und Bahnübergänge mit Andreaskreuzen und Warnlicht gibt es auf dem schönen Gelände. Und die Hauptattraktion sind natürlich die mit viel Liebe, Ausdauer und Kenntnis handgefertigten Dampflokomotiven.

Gerhard Schlünsen war Lokführer, und Dampfmaschinen faszinieren ihn. „Er ist mit Leib und Seele dabei“, betonte seine Lebensgefährtin, die Kielerin Ulla Muthmann. Alles haben die Bahnfreunde selbst gemacht: Die Schienen gebogen und verlegt, das Gleisbett hergerichtet und die mit Kohle befeuerten Zugmaschinen in filigraner Handarbeit geschweißt, genietet und zusammengebastelt. „Nur die Manometer kaufe ich ein“, sagte Lokführer Schlünsen. Drei Jahre hat er an einer Dampfbahn gebaut. „Natürlich kann man auch eine kaufen, aber dafür muss man rund 25 000 Euro hinblättern“, erklärte er.

Wenn Gleispflege und Maschinenwartung erledigt sind, setzen sich die Techniker zur Entspannung auf ihre über 100 Kilogramm schweren Fahrzeuge, schütten mit kleinen Schaufeln die Kohle in den Ofen und drehen eine Runde im Garten.

Auch Marlon Eichner (14) aus Kiel hat das Dampffieber gepackt. Zusammen mit seinem Vater Uwe hat er eine Lok zusammengebaut. Er drehte am Sonnabend mit einer Zugführerkappe auf dem Kopf stolz seine Runden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen