Einblicke in das Leben der Tallinner

 Sarah Jana Portner hat während ihres Stipendiums in Tallinn  deren Bewohner  im Alltag beobachtet. 36 Fotostudien  sind derzeit in der Villa Wachholtz zu sehen. Foto: Bornholt
Sarah Jana Portner hat während ihres Stipendiums in Tallinn deren Bewohner im Alltag beobachtet. 36 Fotostudien sind derzeit in der Villa Wachholtz zu sehen. Foto: Bornholt

Fotoausstellung im Rahmen des Musikfestivals stellt Menschen aus der europäischen Kulturhauptstadt 2011 vor

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15. Juli 2013, 03:59 Uhr

Neumünster | Wer würde nicht gern mal einen Blick hinter die Gardinen und über die Zäune einer unbekannten Stadt werfen? Die Journalistin Sarah Jana Portner (29) hat es getan. Sie bekam 2011 ein Stipendium für ein halbes Jahr in Tallinn. Als Stadtschreiberin sollte sie über die estnische Haupt- und damalige Kulturhauptstadt Europas im Internet berichten. Jetzt werden 36 Fotos aus dieser Zeit unter dem Titel "In Tallinn leben - Geschichten von Menschen und Häusern" in der Villa Wachholtz gezeigt. Die Ausstellung ist gleichzeitig der Startschuss für das Rahmenprogramm zum Schleswig-Holstein Musik Festival (SHMF) mit noch sechs weiteren Veranstaltungen rund um den Festival-Schwerpunkt Baltikum.

Portner nutzte die Zeit in Tallinn, um sich auch abseits der typischen Touristenpfade zu bewegen und zu fotografieren. Ihre Fotos sind in Paaren geordnet und zeigen jeweils die Außenansicht und den oder die Menschen, die in den Häusern wohnen und arbeiten. "Ich wollte sehen und zeigen, wie die Leute leben", erklärte die gebürtige Bayerin. Das ist ihr gelungen. In einem Haus mit einem schönen, hölzernen Erker hat sie beispielsweise ein junges estnisches Pärchen fotografiert. In einem romantischen Hinterhof, der mit wildem Wein ziemlich zugewachsen ist, hat Portner einen Scherenschleifer bei der Arbeit abgelichtet. Und in einem ehemaligen Kohlenkeller hat sie die Galerie eines Kunsthistoriker gefunden. Alles Schätze, die einem entgehen, wenn man das Gebäude nur von außen betrachtet. Zu jedem Bildpaar gibt es kleine Texte über das Haus und die Menschen darin.

Von den kleinen Gassen der Altstadt über die historische Stadtmauer zum Bahnhof und dann in die Außenbezirke: Die Fotos sind so aufgehängt, dass sie einem Rundgang durch die Stadt gleichkommen. "Tallinn ist eine alte, aber lebendige Stadt", schwärmt Portner.

Unter den rund 30 Gästen bei der Ausstellungseröffnung gab es viele, die schon mal in Tallinn waren und einige Motive wieder erkannten. "Als Tourist kommt man ja leider nicht in die Häuser rein", freute sich Renate Thun (59) über die für sie neuen Innenansichten. Die Einfelderin war 2008 für zwei Tage in Tallinn.

Die Fotos hängen noch bis zum 27. Juli in der Villa Wachholtz. Danach wandert die Ausstellung nach Kiel. Und wem die Fotos nicht reichen, der kann sich auch die Stadtschreiber-Berichte von Sarah Jana Portner im Internet unter www.stadtschreiber-tallinn.blogspot.de durchlesen.

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