Sternsinger in Neumünster : Ein Zeichen gegen Kinderarbeit

Kleine Sternsinger sind wetterfest: Mit „Zwiebelschichten“ unter den Gewändern zogen die Könige und Sternenträger mit Organisatorin Julia Weldemann (Mitte) über den Großflecken zum Rathaus.
1 von 3
Kleine Sternsinger sind wetterfest: Mit „Zwiebelschichten“ unter den Gewändern zogen die Könige und Sternenträger mit Organisatorin Julia Weldemann (Mitte) über den Großflecken zum Rathaus.

Sternsinger brachten den traditionellen Segen „20*C+M+B+18“ ins Rathaus. Auch der „Segen to go“ war sehr beliebt bei vielen Zuhörern.

shz.de von
06. Januar 2018, 19:18 Uhr

Neumünster | Die kleinen Sternsinger zeigten sich wetterfest: Mit Regentropfen auf den Krönchen und „Zwiebelschichten“ warmer Kleidung wanderten sie gestern fröhlich singend über den Großflecken, um der Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und allen Rathaus-Mitarbeitern den traditionellen Segen zu bringen. Pia (14) malte mit Kreide „20*C+M+B+18“, den Segen „Christus segne dieses Haus“, an die Wand neben dem Eingang zum alten Rathaus, Uta (9) klebte einen „Segen to go“ – einen Streifen mit der Segensformel – darunter.

45 Kinder der katholischen Gemeinden St. Maria-St. Vicelin sowie der evangelischen Gemeinden Husberg, Anschar, Vicelin und Bugenhagen verwandelten sich gestern bei der 60. bundesweiten Sternsinger-Aktion in die Heiligen Drei Könige Caspar, Balthasar und Melchior sowie in Sternträger. Gesammelt wird in diesem Jahr für Kinder in Indien, um ein Zeichen gegen die sittenwidrige Kinderarbeit zu setzen. „Segen bringen, Segen sein, keiner ist für Gott zu klein“ und „Kinder brauchen Luft zum Atmen und nicht Arbeit jederzeit, dafür sammeln wir das Geld, für Kinder, die in Not sind, so verändern wir die Welt“, sangen die kleinen Sternkinder. „Die Sänger setzen sich dafür ein, dass Menschen in Würde leben können, dass sie fairen Lohn für faire Arbeit erhalten“, sagte Organisatorin Julia Weldemann. Sie wünschte der Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und allen Rathausmitarbeitern eine „glückliche Hand und Geschick bei Entscheidungen und ein friedliches Zusammenleben aller Kulturen, Nationen und Religionen“. „Den Segen können wir gut gebrauchen, toll, dass Ihr Euch so engagiert. Manche Kinder in Deutschland finden Schule doof, aber es gibt Kinder, die dürfen nicht zur Schule, haben keine warme Wohnung und leben in Armut“, dankte die Stadtpräsidentin den Kindern. Diese entrollten anschließend das „Segen-XXL“-Transparent; Kaplan Gabor Kant segnete die Anwesenden.

Begehrt war der „Segen to go“, den man aufgrund seines handlichen Formats praktisch überall anbringen kann. „Ich nehme ihn für mich zu Hause und zwei ältere Nachbarinnen mit, um ihnen eine Freude zu machen und ihnen Gesundheit und Glück für 2018 zu wünschen“, sagte Gerda Hirsch, Sekretärin des Oberbürgermeisters.

Die kleinen Sternsinger hatten gestern einen vollen „Arbeitstag“: Erst waren sie in der Bahnhofsmission, dann im Rathaus und in der Holsten-Galerie. Nachmittags brachten sie den Segen zum Holsteinischen Courier, dort freuten sich auch die Courierhaus-Eigentümer Siegrid und Heinz Haas über den Besuch. „So gehen wir Kinder auf ganz neuen Wegen und bringen den göttlichen Segen“, sangen die Kinder. Abigail (12) klebte den Segen über den Eingang des Courier-Kundencenters; Julia Weldemann und Courier-Redaktionsleiter Hannes Harding halfen ihr mit einer „Räuberleiter“ in die Höhe. „Das ist toll, was ihr macht. Macht weiter so, auch wenn ihr keine Sternsinger mehr seid“, lobte Harding, der „Naschis“ zur Stärkung verteilte. Auch hier waren die „Segen to go“ im Nu im Courier-Team verteilt.

Für Sternträgerin Katharina Ullmann aus Wittorf war es ein besonderer Tag – sie feierte ihren zehnten Geburtstag. „Als sie geboren war, kamen die Sternensinger ins FEK und klebten ihr einen Stern auf den Rücken. Seitdem ist sie eine Sternensängerin“, erinnert sich Mutter Melanie (42). „Ich mache das gerne. Das ist toll, weil wir anderen Kindern helfen. Das Wetter macht mir nichts aus, wir sind ja nicht aus Zucker“, sagte Katharina.

Wer am Sonntag, 7. Januar, noch einen Hausbesuch der Sternsinger wünscht, kann sich zeitnah per E-Mail (pfarrhaus@st-vicelin.de) melden.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen