Neumünster : Ein Wochenmarkt-Urgestein geht

Zusammen mit seiner Frau Silke verkauft Jens Greve Kartoffeln aus eigenem Anbau. Nach 44 Jahren auf dem Wochenmarkt geht der 60-Jährige nun in den Ruhestand.
Zusammen mit seiner Frau Silke verkauft Jens Greve Kartoffeln aus eigenem Anbau. Nach 44 Jahren auf dem Wochenmarkt geht der 60-Jährige nun in den Ruhestand.

Kartoffelbauer Jens Greve geht nach 44 Jahren in den Ruhestand.

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23. Juli 2018, 09:00 Uhr

Neumünster | „Nein, das können Sie doch nicht machen! Wo soll ich denn jetzt meine Kartoffeln holen?“ Sätze wie diese hörte man am Sonnabend immer wieder von den Kunden am Wochenmarkt-Stand von Jens Greve. Denn der 60-Jährige hat sich nun zur Ruhe gesetzt.

Ein großes Schild verkündete seinen Abschied. Für die Kunden gab es zu jedem Kauf einen kleinen Schnaps. 44 Jahre lang hat Jens Greve jedes Wochenende auf dem Großflecken gestanden und Kartoffeln, Möhren und Eier aus eigener Produktion verkauft. Das musste gefeiert werden.

Ein bisschen wehmütig war der Kartoffelbauer aus Büdelsdorf trotzdem: „All die Wochen freut man sich darauf, aber die letzten drei Tage waren nicht schön.“

Er blickt auf eine lange Geschichte zurück. Seit seinem 16. Lebensjahr führt er den Wochenmarkt-Stand –  anfangs noch neben der Schule. „Aber eigentlich bin ich schon mein ganzes Leben auf dem Wochenmarkt“, erinnerte er sich. Sein Vater habe ihn schon als Kind mitgenommen.

Die Familie besitzt den Hof seit 1948. Seitdem vertreiben sie ihre Erzeugnisse selbst auf verschiedenen Wochenmärkten. Einen Großteil des Geschäfts machen Jens Greve und seine Frau Silke mit Kartoffeln. Neun Sorten haben sie im Angebot. „Linda“ ist immer noch am beliebtesten. „Hier bekomme ich immer schöne frische Ware“, lobte Kundin Elvira Schwaneberg.

Großartige Pläne für den Ruhestand habe Jens Greve  noch nicht geschmiedet. „Ich lasse das auf mich zukommen“, sagte er.

 Der Stand wird nicht weitergeführt werden: „Meine Kinder wollten das nicht“, erklärte er lachend. Aber er hatte sich vorgenommen, mit 60 Jahren aufzuhören. Und Greve hielt das Versprechen, das er sich selbst gab. Auch wenn das bedeutet, dass es in Zukunft keine Kartoffeln mehr von den Greves auf dem Großflecken geben wird. Auf den Ruhestand freut er sich trotzdem.

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