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Seniorenmagazin : Ein warmer Wasserschwall umfließt den Körper

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach anfänglicher Skepsis besuchte ich einen Hamam und erlebte Entspannung pur.

Neumünster | Ich habe mich überreden lassen etwas zu tun, was ich eigentlich nie wollte – in ein türkisches Bad, einen Hamam, zu gehen. Von jeher bin ich kein Saunafan, und ansonsten habe ich es nicht so mit dem Ausziehen. Ich bin vielleicht züchtig oder zickig.

Die Entscheidung steht, nachdem mir eine Einzelbehandlung mit einer Badefrau zugesichert wurde. Ich klammere mich an mein Badelaken und muss zu Beginn der Behandlung für fünf Minuten in eine 90 Grad heiße Sauna. In der ersten Minute bleibt mir fast die Luft weg, aber ich halte durch, behalte aber den Alarmknopf im Auge. Dann erscheint meine thailändische Badefrau und reicht mir zur Erfrischung ein Glas lauwarmes Wasser. Sie hat ihre Arbeitskleidung angelegt – ein umgewickeltes nasses Handtuch – und führt mich in den Hamam. Ein runder Raum, alles ist aus Marmor, in der Mitte ein achteckiger Sockel mit Platz für acht Leute. Ringsherum an den Wänden kleine Nischen mit verzierten Waschbecken.

Die Badefrau bedeutet mir mit Handbewegungen, mich bäuchlings auf den angewärmten Sockel auf ein nasses Tuch zu legen. Mich empfängt ein warmer Wasserschwall, den sie aus einer Schüssel über mich fließen lässt. Ich muss mich nach links, nach rechts, auf den Rücken drehen und jedes Mal dieses Wasser um meinen Körper herum, wunderbar. Die Badefrau ist übrigens genauso nass wie ich, wie ich beim Umdrehen feststelle.

Von meinem Badelaken musste ich mich schon längst trennen. Aber egal - inzwischen sind sämtliche Schamgrenzen gefallen und alle Poren geöffnet. Jetzt kommt der Peelinghandschuh zum Einsatz, befreit jede Hautstelle von allen Unreinheiten und bereitet ein ungewohntes Wohlbehagen und eine Pfirsichhaut. Zwischendurch wieder dieses angenehme Wasser, das wohlig meinen Körper umfließt. Aus den Augenwinkeln sehe ich, wie meine Badefrau einen Schlauch mehrmals mit den Händen stramm zieht und wieder lockert, und plötzlich fühle ich mich in weißen, wolkigen Schaum gehüllt. Sie wäscht mich von oben bis unten sanft wie ein Baby. Gewöhnungsbedürftig, aber wenn man sich erst einmal darauf eingelassen hat, ist es äußerst entspannend. Dann erneut sanfte Wassergüsse.

Anschließend werde ich vorsichtig trockengetupft und bekomme mein schützendes Badelaken wieder. Dann folgen einige Minuten Ruhe. Nach dieser Entspannungsphase gibt es eine Ganzkörpermassage, die das Vergnügen perfekt macht.

Eine erneute Ruhepause mit einem Glas Tee und leisen Meditationsklängen lässt mich endgültig der Realität entfliehen. Herrlich!

 

Das gesamte Seniorenmagazin finden Sie im Courier vom 27. November 2015.



 

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erstellt am 26.Nov.2015 | 18:26 Uhr

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