Fussball-WM : „Ein Unentschieden hilft beiden Teams“

Zoltan Giday hat als Student bereits gekickt und macht auch in Sandalen heute noch eine gute Figur am Ball. Der Tungendorfer ist amerikanischer Staatsbürger.
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Zoltan Giday hat als Student bereits gekickt und macht auch in Sandalen heute noch eine gute Figur am Ball. Der Tungendorfer ist amerikanischer Staatsbürger.

Der Amerikaner Zoltan Giday (66) aus Tungendorf tippt beim WM-Spiel der Deutschen heute Abend gegen die USA auf ein 2:2.

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26. Juni 2014, 06:30 Uhr

Neumünster | So richtig überrascht über den Erfolg der Amerikaner bei der Fußball-WM in Brasilien ist Zoltan Giday nicht. „Die Jungs von Jürgen Klinsmann haben ein Kämpferherz und sind konditionell topfit“, sagt der 66-jährige Tungendorfer. Er ist zwar gebürtiger Ungar, aber in den Vereinigten Staaten aufgewachsen und besitzt wie 20 weitere Frauen und Männer in Neumünster die amerikanische Staatsbürgerschaft. Für ihn ist klar: „Das Spiel heute wird ein Unentschieden. Ich tippe auf ein 2:2. Das Unentschieden hilft nämlich beiden Teams, weiterzukommen.“

1960 wanderte die Familie Giday nach Amerika aus. Der Vater arbeitete als Chemie-Ingenieur an der Michigan Universität in Ann Arbor. Dort studierte Zoltan später Elektro-Ingenieurswesen. Im August 1971 kam er nach Neumünster. „Die Weltraumbehörde Nasa hatte damals mehrere Projekte eingestampft, es gab in Amerika arbeitslose Elektro-Ingenieure ohne Ende. Deshalb habe ich mich weltweit beworben und wurde bei der AEG genommen“, erzählt er. Als das Unternehmen am Berliner Platz später vom amerikanischen Konzern General Electric übernommen wurde, hatte das für Giday nur Vorteile. „Ich war immer mal wieder in den USA.“

Mit Freunden aus Europa und Südamerika kickte er schon als Student an der Uni. Doch besonders angesehen war der Sport in den Football-, Basketball- und Baseball-verrückten USA damals nicht. „Fußball galt als weicher Mädchensport und hatte kaum Anhänger“, sagt er. Zum Fußball-Fan wurde Zoltan Giday bereits in England, wo die Familie einige Jahre vor der Ausreise in die USA Station machte. „Ich habe die WM 1966 beim BBC mit meinem Weltempfänger gehört und war fasziniert. Seitdem lässt mich das Kicken nicht mehr los.“

In Deutschland schlägt sein Herz für den HSV und Werder Bremen. Ins Stadion geht der Rentner allerdings selten. Und aktiv am Ball ist er schon lange nicht mehr. „Ich schwimme lieber, fahre Rad und Ski“, sagt er.

Sollte es so kommen, dass Deutschland und die USA weiter kommen, glaubt Zoltan Giday an einen Einzug von Jogis Jungs ins Finale. „Gegner wie England, Italien und Spanien, gegen die die Deutschen in der Vergangenheit schon mal verloren haben, sind alle ausgeschieden. Die Chancen sind daher nicht schlecht. Und die Mannschaft ist gut eingestellt.“

Die Amerikaner werden es bis ins Viertelfinale schaffen und dann an einer südamerikanischen Mannschaft scheitern, glaubt er. „Kampf und Taktik stimmen seit Klinsmann zwar, aber die Südamerikaner sind diesmal bärenstark.“ Das Spiel heute schaut er zu Hause, vielleicht kommen ein paar Freunde vorbei.

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