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Vortrag beim Heimatbund : Ein Transitland für die Wölfe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Fachmann informierte beim Heimatbund über den Wolf im Land zwischen den Meeren.

Neumünster | Zu einem Thema, das immer wieder heiß diskutiert wird, hatte der Ortsverein des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds eingeladen. 60 Gäste und den Wolfsberater Jens-Uwe Matzen vom Land konnte Jens Kay, der Vorsitzende des Ortsverbandes, auf der Galerie der Stadthalle begrüßen. Matzen informierte über den Wolf im Land zwischen den Meeren, über Fluch oder Segen sowie die Möglichkeiten des Zusammenlebens mit diesem Wildtier.

Nachdem der erste Wolf im April 2007 nach fast 200 Jahren wieder im Land gesehen wurde, gibt es zahlreiche Aktivitäten um das „mit viel Emotionen behaftete Tier“, so Matzen. Beispielsweise gibt es 70 meist ehrenamtliche Wolfsberater zwischen Lauenburg und Flensburg sowie konkrete Richtlinien über Schutzmaßnahmen für Tiere und das Vorgehen sowie Ausgleichzahlungen in Schadensfällen.

2015 gab es sechs nachweisbare Schäden durch Wölfe im Land. Matzen informierte über diese Fälle, sagte aber auch: „Nicht alles, was wie Wolf aussieht, ist auch Wolf. Sie glauben nicht, was uns alles gemeldet wird“ – vom Wildschwein bis zum Hasen sei alles dabei. Er betonte, dass von freilaufenden Wölfen keine Gefahr für den Menschen ausgehe, da er nicht zum Beutespektrum des Wolfes gehöre. Hautsächlich Rehwild (50 Prozent) sei in unseren Breiten betroffen. Haustiere lägen bei 0,5 Prozent.

Matzen geht davon aus, dass Schleswig-Holstein ein „Wolfs-Transitland“ ist und bleiben wird, denn das Tier stellt Ansprüche an seinen Lebensraum, die es hier kaum findet. In der anschließenden Diskussion standen konträre Meinungen im Raum: Dass der Wolf hier „angesiedelt wird, entspricht der Ideologie von Gutmenschen. Da werden Steuergelder für nix und gar nix ausgegeben“, sagte einer unter Beifall, der nicht namentlich genannt werden wollte. Matzen konterte: „Der Wolf wird nicht angesiedelt, er kommt einfach.“ Zuhörer Werner Hansen hingegen meinte: „Die paar Tiere, die hier sind, sollten wir akzeptieren.“ Auf Nachfrage bestätigte Matzen, dass gegenwärtig von zwei bis fünf Wölfen in Schleswig-Holstein ausgegangen werde.

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