zur Navigation springen

Café Jerusalem : Ein Stück Nähe in der dunklen Jahreszeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rund 140 Gäste aus allen sozialen Bereichen der Gesellschaft kamen zur Weihnachtsfeier in die Einrichtung an der Bahnhofstraße.

Neumünster | Eine bunte Gesellschaft traf sich am Sonnabendnachmittag im Café Jerusalem zu einer gemeinsamen Weihnachtsfeier. Rund 140 Gäste aus allen sozialen Bereichen der Gesellschaft kamen in die Einrichtung an der Bahnhofstraße, die Obdachlosen, Suchtgefährdeten und anderen Menschen vom Rande der Gesellschaft neben kostenlosen Mahlzeiten auch einen geschützten Raum und ein offenes Ohr bietet.

40 überwiegend ehrenamtliche Mitarbeiter empfingen die Gäste freundlich an der Tür, betreuten die Garderobe und sorgten immer für volle Kaffeetassen und frischen Nachschub an leckerem Gebäck. „Hier sitzen Unterstützer aus Politik und Wirtschaft neben unseren regulären Gästen, man sieht nicht Groß und Klein. So wie auch zur Geburt Jesu Könige neben Hirten in dem Stall knieten“, beschrieb Pastor Hans-Christian Hübscher, der erste Vorsitzende des Vereins, den Grundgedanken.

Im adventlich dekoriertem Raum saßen alle an langen Tischen, hörten Weihnachtslieder vom Bokhorster Posaunenchor, folgten der Andacht von Pastor Klaus Matthiesen und der Weihnachtsgeschichte, die die Ehrenamtliche Christina Riewesell vortrug. „Wir haben täglich zwischen 80 und 150 Gäste, Ende des Monats, wenn das Geld knapp wird, kommen immer mehr Menschen. Und gerade in der dunklen Jahreszeit und zu Weihnachten, wenn traditionell die Familie enger zusammenrückt, suchen die Leute hier Nähe“, sagte der Leiter des Cafés, Andreas Böhm.

Etwa 25  000 Mahlzeiten verteilen die Mitarbeiter im Jahr. Hannelore Sell ist seit der ersten Stunde vor 23 Jahren mit einer längeren Pause dabei. Zwei Tage in der Woche arbeitet sie je acht Stunden ehrenamtlich in der Küche – und zwar nicht zum Zeitvertreib: „Ich habe zu Hause genug zu tun. Es ist eine Aufgabe, die aus meinem Glauben entsteht. Ich möchte für Menschen da sein, die ein gemütliches Zuhause suchen und hier eins finden. Den Menschen tut es gut, hier zu sein.“ Mit dabei war auch Mailin Huljus (25), Managerin der Holsten-Galerie und Unterstützerin des Cafés. Sie genoss die Atmosphäre: „Ich bin jetzt endlich in Weihnachtsstimmung.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen