Neumünster : Ein Stoffkleid für die Baustelle

Gestern war der Auftakt: Bauarbeiter, Geschäftsleute, Stadt, Stadtwerke und viele Bürger ziehen an einem Strang, um die Lütjenstraße trotz Baustelle in einem freundlichen Erscheinungsbild erstrahlen zu lassen.
Gestern war der Auftakt: Bauarbeiter, Geschäftsleute, Stadt, Stadtwerke und viele Bürger ziehen an einem Strang, um die Lütjenstraße trotz Baustelle in einem freundlichen Erscheinungsbild erstrahlen zu lassen.

Das Bürgernetzwerk „Nähmaschine“ verkleidet die Absperrgitter an der SWN-Baustelle in der Lütjenstraße.

shz.de von
15. Juni 2018, 11:00 Uhr

Neumünster | Mit der Bespielung leer stehender Schaufenster und der Aktion Literaturschal hat das Bürgernetzwerk „Nähmaschine“ schon einige spektakuläre Akzente gesetzt. Jüngstes Projekt ist „De Lütje Verkledung“ – die Verkleidung der Baustellenabsperrungen in der Lütjenstraße mit bunten Stoffbahnen. Die Stadtwerke verlegen hier noch bis September Fernwärmeleitungen, die Stadt erneuert im Anschluss das Pflaster.

„Mit dem Vorbild Christo im Kopf haben wir überlegt, wie wir einen positiven Gegenpol setzen können. Motto: Wir zaubern der Straße ein Lächeln ins Gesicht“, sagte Karl-Peter Weiland, der Initiator der Nähmaschine.

Dafür wurden nicht nur die Geschäftsleute, Hausbesitzer und Anwohner eingebunden, sondern auch die Stadtwerke und die Bauarbeiter der Firma Max Huss mit ins Boot geholt. „Wir haben das positiv aufgenommen“, sagte Michael Kortum, der zuständige Projektleiter bei den Stadtwerken (SWN). Auch die Stadt begrüßt das Projekt. Die Geschäftsleute hängten gleich Blumenampeln an die Gitter. Christina Wetzel und Maren Sanct-Johannis organisierten eine Nähwerkstatt. Jeden Sonntag treffen sich die Näherinnen zwischen 13 und 17 Uhr im Café Fräulein Frieda.

Weitere Mitstreiter sind willkommen, immerhin sollen rund 200 Meter Absperrung verkleidet werden. „Je Absperrung sind vier Meter Stoff nötig“, sagte Christina Wetzel. Den Stoff stifteten zwei Firmen und zahlreiche private Spender. Das Museum Tuch + Technik begleitet das Projekt. „Es wird ständig weiter genäht, die Bürger sind eingeladen mitzumachen“, so Karl-Pater Weiland. Christian Voß betreibt mit Partnern ein Finanzierungsbüro in der Lütjenstraße und ist begeisterter Mitstreiter. „Eine Super-Aktion, meine Frau Sina näht selbst mit“, sagte er. Karl-Peter Weiland ist wichtig zu betonen: „Die Nähmaschine ist keien Angelegenheit von Geschäftsleuten. Das sind Bürger, denen Neumünster am Herzen liegt.“

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