Historisches Foto : Ein Stadtteil entstand auf dem alten Flugplatz

Der Kantplatz war auch in den 1950er-Jahren das Zentrum der Siedlung.
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Der Kantplatz war auch in den 1950er-Jahren das Zentrum der Siedlung.

Die Böcklersiedlung wurde in den 1950er-Jahren gebaut, um neue Wohnungen für Flüchtlinge zu schaffen

shz.de von
12. November 2013, 17:00 Uhr

Neumünster in Schwarz-Weiß: Der Kantplatz war und ist der Mittelpunkt der Böcklersiedlung. Auf dem historischen Foto oben erkennt man den Platz auf den ersten Blick, auch wenn er durch die Sanierung der vergangenen Jahre ein neues Gesicht bekommen hat.

Das Foto des früheren Courier-Fotografen Walter Erben entstand Mitte der 50er-Jahre. Es zeigt eine der beiden gegenüberliegenden Häuserzeilen, in denen sich neben dem Postamt auch verschiedene kleine Geschäfte für den täglichen Bedarf befanden.

Von Anfang an war es das Ziel eines besonderen Wohnungsbauprogramms, einen funktionsfähigen Stadtteil zu schaffen. Bereits am 2. September 1950 konnte, nur wenige Monate nach der Grundsteinlegung, das Richtfest für 800 neue Wohnungen in der Böcklersiedlung gefeiert werden. Namensgeber des neuen Stadtteils, in dem die vielen Flüchtlinge in Neumünster eine neue Unterkunft finden sollten, war der frühere Erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Dr. h.c. Hans Böckler.

In dem neuen Stadtteil, der auf dem früheren Militärflugplatz entstand, haben nach der Fertigstellung aller Häuser in den 1960er-Jahren insgesamt etwa 7000 Menschen eine Wohnung gefunden. Das Sonderprogramm für den Flüchtlingswohnungsbau ermöglichten Mittel aus dem sogenannten Marshall-Plan, der 1947 vom amerikanischen Außenminister George C. Marshall angeregt und im April 1948 als Hilfsprogramm für das Europa der Nachkriegszeit verabschiedet worden war.

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