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Holsteinischer Courier

20. Oktober 2017 | 07:47 Uhr

Wochenmarkt : „Ein Segen für den Ort“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Schon seit 1764 hat Neumünster seinen Wochenmarkt / Amtmann Baron von Mardefeldt sorgte damals dafür

shz.de von
erstellt am 09.Aug.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Schon seit über 250 Jahren haben die Neumünsteraner die Möglichkeit, auf ihrem Wochenmarkt einzukaufen. Der Markt hat sich längst zu einer Institution entwickelt, deren besonderer Charme bis heute geblieben ist.

„Auf Vorstellung des Oberhofmarschalls und neumünsterschen Amtmannes Baron von Mardefeldt wurde durch großfürstliche Verordnung vom 27. November 1764 in Neumünster der jetzt noch bestehende Freitagwochenmarkt eingeführt“, heißt es im Buch „Neumünster – Stadt ältester Traditionen Holsteins“ von Paul Sieck. „Er entwickelte sich zu großer Blüte und wurde bei den damaligen trostlosen Verkehrsverhältnissen zu einem Segen für den Ort und die ganze Umgebung.“

Der Markt sei, so Paul Sieck weiter, damals ein selten erteiltes Privilegium gewesen. In der Verordnung wurde bestimmt, dass „besonders landwirtschaftliche Produkte wie Eier, Butter, Talg und Speck, Garten- und Feldfrüchte, Feuerung, Fische, Lämmer, Gänse, Enten und anderes Federvieh erst dann dem öffentlichen Handel zur Verfügung gestellt werden durften, wenn die Einwohner auf dem Wochenmarkt ihren wöchentlichen Bedarf gedeckt hatten.“

Nach der Währungsreform 1948 wurde der Wochenmarkt vom Groß- auf den Kleinflecken verlegt, unter anderem auch „wegen des ständig zunehmenden Verkehrs“, wie Sieck schreibt. Mit Beginn der Umgestaltung am Kleinflecken zog der Dienstags- und Freitagsmarkt im Februar 2010 zum Großflecken um – zunächst gegen den Widerstand der Markthändler. Nun wollen sie nicht mehr zurück. Hier auf dem südlichen Teil des Platzes hatte sich Anfang 2000 ein Sonnabendmarkt etabliert.

In den „Flecken-Fenstern“ des Marktmeisterhauses am Kleinflecken sind seit Anfang August fünf große Fotografien zum Thema „Marktrecht in Neumünster“ zu sehen.

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