Klaus-Groth-Schule : Ein Schulmeister aus Passion tritt ab

„Tradition – Innovation. Wir leben Schule“: Mit diesem Slogan will die Klaus-Groth-Schule bei der Schulmesse am 5. Februar punkten. Reinhard Rahner hat das Motto gelebt.
„Tradition – Innovation. Wir leben Schule“: Mit diesem Slogan will die Klaus-Groth-Schule bei der Schulmesse am 5. Februar punkten. Reinhard Rahner hat das Motto gelebt.

Schulleiter Reinhard Rahner (65) geht nach 40 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand.

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23. Januar 2015, 11:00 Uhr

Neumünster | Reinhard Rahner (65) bezeichnet sich selbst als „Schulmeister aus Passion“ – und verrät mit einem Augenzwinkern, dass er eigentlich lieber Zahnmedizin statt Mathematik und Physik studiert hätte. Der Numerus Clausus verhinderte das und machte aus dem gebürtigen Bremer einen engagierten Pädagogen.

Am kommenden Mittwoch wird der Schulleiter der Klaus-Groth-Schule (KGS) nach 40 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet. Als Rahner 2003 nach Stationen im belgischen Mons, in  Kiel und Rendsburg seinen Dienst an der Parkstraße antrat, war die erste Klasse  G8-Sextaner schon eingeschult. Die Klaus-Groth-Schule war damals Vorreiter und einziges Gymnasium, das seine Schüler bereits nach acht statt neun Jahren zum Abitur führte.

Seit der Schulgesetzänderung 2005 ist das die Regel. „Damals war viel Ideologie in der Debatte um das Für und Wider von G8 und G9“, erinnert sich Rahner. Die KGS hatte anfangs auch Probleme, die Eltern und auch die Grundschullehrer für die Vorzüge des G8 zu begeistern. Rahner ging es dabei nicht um das bessere System. „Uns ging es darum, die besseren Lehrkräfte zu haben. Wir haben den Fokus auf guten Unterricht und umfassende Bildung gelegt“, sagt Rahner. Für den Schulleiter, der mit seiner Frau in Gettorf lebt, drei Kinder und vier Enkel hat, ist „Bildung mehr als Wissensvermittlung. Der alte humanistische Ansatz ist nach wie vor gültig und heute aktueller denn je. Es geht um die Persönlichkeitsbildung.“

Hatte die KGS bei  Rahners Start 2003 noch 610 Schüler in neun Jahrgängen, sind es heute in acht Jahrgangsstufen 900 Schüler. Der Ansturm auf Gymnasien hält an, und davon profitiert nach Einschätzung von Rahner speziell die Klaus-Groth-Schule. „Der Verteilungskampf um die Schüler ist in vollem Gange“, sagt Rahner. Er sieht die KGS wegen des guten und belastbaren Kollegiums sehr gut aufgestellt.  „Für mich ist der Lehrer das herausragende Merkmal“, sagt Rahner. Und die Schule wird immer mehr zum zentralen Ort, an dem der Schüler seinen Tag verbringt. Die Entwicklung zur Ganztagsschule hat Rahner an der KGS von Anfang an begleitet. Baulich war das verbunden mit der neuen Mensa und Schulbibliothek, der Aufstockung des naturwissenschaftlichen Trakts, der Außenstelle in der ehemaligen Sprachheilgrundschule an der Brachenfelder Straße und der Aufgabe der  Villa in Rencks Park.

Pädagogisch gehen die Trends immer mehr in Richtung einer individuellen Förderung sowohl der Hochbegabten als auch der eher „Lernlangsamen“. „Ich sehe mein Feld gut bestellt und gehe beruhigt“, sagt Rahner. Mit Jörg Jesper, der bislang Oberstufenleiter an der   Kieler Ricarda-Huch-Schule war, steht Rahners Nachfolger fest. Jesper beginnt seinen Dienst am 3. Februar.

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