Ein Schandfleck verschwindet

Zerborstene Scheiben  und Schutt sorgen für eine gespenstische Atmosphäre. Das Fabrikgebäude ist akut einsturzgefährdet. Foto: Ziehm
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Zerborstene Scheiben und Schutt sorgen für eine gespenstische Atmosphäre. Das Fabrikgebäude ist akut einsturzgefährdet. Foto: Ziehm

Ein Investor aus Hörup will die Industrie-Ruine Nordische Stahlwerke Bach abreißen und plant dort einen Hotel- und Bürokomplex.

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02. Mai 2009, 05:59 Uhr

Neumünster | Der Verfall ist mit Händen zu greifen. Nicht erst seit dem Feuer im vergangenen Mai gleichen die Gebäude der ehemaligen Nordischen Stahlwerke einer gespenstischen Ruine. Die Industriebrache könnte jetzt wie Phönix aus der Asche auferstehen: Der Höruper Investor Stephan Johannsen plant auf dem 1,3 Hektar großen Areal an der Rendsburger Straße mit seiner Bone Imo GmbH & KG ein Hotel mit Tagungsräumen, Büros, Praxen, Restaurants und Wohnungen. Arbeitstitel: "Quartier am Stahlhof".

Wegen der städtebaulichen Bedeutung befasst sich der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss am 7. Mai mit der Bauvoranfrage des Investors. Der Insolvenzverwalter der 2001 pleite gegangenen Stahlwerke hatte die Immobilie über den Neumünsteraner Makler Martin Lorenzen bereits im Frühjahr 2008 an Johannsen verkauft.

Nach den Planungen der Architektengemeinschaft Hain + Ladehoff bildet ein vier- bis fünfstöckiger Hotelneubau den Kern des Quartiers. Der repräsentative Hotelturm ragt sogar sieben Etagen in die Höhe. Eine angrenzende alte Werkhalle soll erhalten bleiben und als Tagungszentrum mit Restaurant und Hotel-Lobby dienen.

Im neu konzipierten Eckgebäude an der Sedanstraße sind Büros, Arztpraxen, aber auch Läden und Wohnungen geplant. Im hinteren Bereich an der Zufahrt zum Fernmeldeturm der Telekom und der Zweigstelle des Finanzamts ist ein weiterer Büroneubau vorgesehen. Eine 1600 Quadratmeter große Lagerhalle soll dort saniert werden, ihre Nutzung ist noch offen.

"Die Planung versucht, den Fabrik-Charakter irgendwo noch zu konservieren", sagt Makler Martin Lorenzen, der das Konzept nach einer Marktanalyse maßgeblich mit entwickelte. Die Lage an der Ausfallstraße und die Nähe zum Bahnhof wie zur Autobahn und zur Holstenhalle seien ideal.

Die Bauverwaltung begrüßt das Konzept, auch aus der Politik gibt es positive Signale. Zu Holstenhallen-Chef Dirk Iwersen hat es rege Kontakte gegeben. Er begrüßt die Quartierplanung laut Lorenzen als gute Ergänzung der eigenen Erweiterungspläne.

Lorenzen: "Die örtlichen Banken sind in das Millionen-Projekt eingebunden." Gibt der Bauausschuss grünes Licht, soll das Vorhaben so schnell wie möglich starten. "Die Angebote der Abrissfirmen werden gerade gesichtet", sagt Lorenzen.

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