Neuer Sender : Ein Radio für Neumünster

Erstes Treffen  im KDW: Initiator Stefan Tenner (Mitte) und zehn weitere Mitstreiter diskutierten, welche Themen sie im ersten  Freien Radio Neumünster unterbringen wollen.
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Erstes Treffen im KDW: Initiator Stefan Tenner (Mitte) und zehn weitere Mitstreiter diskutierten, welche Themen sie im ersten Freien Radio Neumünster unterbringen wollen.

Elf interessierte Mitstreiter trafen sich im KDW, um über einen Sender für die Stadt zu beraten.

shz.de von
11. Januar 2014, 12:00 Uhr

Auf UKW 93,4 könnte bald das erste „nicht kommerzielle, freie, alternative Radio“ in Neumünster laufen. Am Donnerstagabend trafen sich elf Interessierte, die das Radio ehrenamtlich betreiben möchten, im KDW am Waschpohl. Ideen gibt es bereits viele. „Aber jetzt sind sämtliche Planungen vorerst nur theoretisch“, erklärte Journalist Stefan Tenner, der federführend auftritt. Die Landesregierung plane ein neues Mediengesetz, das möglicherweise die Vergabe von Radiolizenzen vorsieht.

„Wann das so weit ist, und ob Neumünster dann überhaupt den Zuschlag bekommt, wissen wir noch nicht. Vielleicht dürfen dann auch nur in den großen Städten Kiel und Lübeck Radiosender betrieben werden“, hieß es. Erstmal gehen die Radiomacher jedoch vom für sie besten Fall aus und bereiten sich darauf vor, sofort auf Sendung zu gehen, wenn es so weit ist.

„Wir wollen von einigen Stunden bis zu 24 Stunden am Tag senden, wenn es uns möglich ist“, erzählte Tenner. Er und seine Mitstreiter wollen unter anderem alle diejenigen erreichen, „die vom kommerziellen Radio genervt sind“. „In unseren Sendungen wollen wir zum Beispiel die Politik, Kirche und andere religiöse Gemeinschaften kritisch beäugen und ebenso lokale und überregionale Themen interessant zu unseren Zuhörern transportieren“, erzählte Tenner weiter. Selbstproduzierte Interviews, Konzert-Mitschnitte, Live-Übertragungen aus Ausschüssen und der Ratsversammlung, Umfragen und Reportagen umrahmt mit Musik lokaler Bands können sich die Mitstreiter um Stefan Tenner gut vorstellen. Das Radio soll zudem zugangsoffen sein.

Jeder, der ein Thema hat, kann sich aktiv einbringen. „Man muss sich natürlich an gewisse Regeln halten. Das ist keine Spielwiese“, sagte Stefan Tenner. Bedarf sei jedenfalls vorhanden. Derzeit fahren Leute aus Schleswig-Holstein nach Hamburg, um ihre Themen im dort längst erlaubten freien Radio zu publizieren. Tenner weiß, dass eine Ausstrahlung für Neumünster etwa 26 000 Euro jährlich kosten würde. Die Einnahmen zur Unterhaltung des Senders sollen aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden generiert werden. „Für die benötigte Technik können wir Mittel der Medienstiftung Hamburg/Schleswig-Holstein in Anspruch nehmen“, erklärte er.

Die Planungen für das erste Neumünster-Radio schreiten jedenfalls voran. In der kommenden Woche sollen bereits Präambel und Satzung für den Verein für ein Freies Radio Neumünster notariell beglaubigt werden.

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