Neumünster : Ein modernes Haus für die U-Haft

Justizvollzugsbeamtin Silvia Streich freut sich auf den Neubau in Moltsfelde, der den bisherigen Bau im Hintergrund ersetzen soll.
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Justizvollzugsbeamtin Silvia Streich freut sich auf den Neubau in Moltsfelde, der den bisherigen Bau im Hintergrund ersetzen soll.

Das B-Haus der Justizvollzugsanstalt und das Anstaltsgut für den Offenen Vollzug in Moltsfelde werden neu gebaut.

shz.de von
10. Januar 2018, 08:00 Uhr

An der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neumünster wird in diesem Jahr wieder fleißig gebaut. Während beim Anstaltsgut für den Offenen Vollzug in Moltsfelde schon der Kran steht und die Sohle für das neue Gebäude gegossen wird, muss am B-Haus in der Innenstadt erst noch umfangreich die Baustelle eingerichtet werden.

„Das ist etwas schwierig, weil der Untergrund der Baustraße so hergerichtet werden muss, dass es mit den umliegenden Gebäuden keine statischen Probleme gibt“, erläuterte die Anstaltsleiterin Yvonne Radetzki.

Die Untersuchungshäftlinge, die im B-Haus untergebracht waren, sind in das A-Haus umgezogen. Dies wurde bereits 2002 saniert und 2016 noch einmal umgebaut. „Das A-Gebäude musste vor zwei Jahren an die neuen Standards angepasst werden, unter anderem wurde es mit einem Aufzug behindertengerecht gestaltet“, sagte Yvonne Radetzki.

Die Bausubstanz des B-Hauses aus den 60er-Jahren sei so schlecht, dass dieses nur noch abgerissen werden könne. Der Neubau soll Platz für 42 Häftlinge bieten, vorher waren 120 dort untergebracht. „Das sind zwar deutlich weniger Plätze, die sind aber anhand der prognostizierten Häftlingszahlen berechnet“, so die Anstaltsleiterin. Neben den Haftplätzen sollen im B-Haus auch sozialtherapeutische Räume geschaffen werden und die psychiatrische Abteilung soll dorthin umziehen. Der rund 13 Millionen Euro teure Umbau soll 2021 fertig sein.

Bereits im Sommer dieses Jahres soll auf dem Anstaltsgut Moltsfelde Richtfest gefeiert werden. „Dort entsteht der Neubau direkt neben dem alten Gebäude, das anschließend abgerissen wird“, erläuterte Yvonne Radetzki. Für 33 Häftlinge im offenen Vollzug wird dort Platz geschaffen. Anfang 2019 soll der Einzug sein. Für die Maßnahmen werden 2,8 Millionen Euro veranschlagt.

25 Millionen Euro wurden bereits für den Umbau des C-Hauses in die Hand genommen. Dort wurde das Gebäude entkernt und der Haftbereich für rund 240 Insassen auf den modernsten Stand gebracht.

Auch der Küchentrakt und das alte Pfortengebäude an der Boostedter Straße werden in Schuss gebracht.

All diese Baumaßnahmen sind Teil einer bereits im Jahr 2000 gefassten Zielvereinbarung, die mit der damaligen Landesregierung erarbeitet wurde: In allen Justizvollzugsanstalten in Schleswig-Holstein war damals geprüft worden, welche Gebäude erhaltenswert sind und bei welchen ein Neubau unumgänglich ist.

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