zur Navigation springen

„Lili Marleen“ : Ein Lied weckt Erinnerungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Museum Tuch + Technik bot eine Sonderführung durch die Ausstellung „Lili Marleen“ an.

Neumünster | Fast jeder kennt sie, die traurig-sehnsüchtige Melodie von „Lili Marleen“. Über die Hintergründe der Entstehung, die öffentliche Wahrnehmung und nicht zuletzt die Magie des berühmtesten deutschen Schlagers des 20. Jahrhundert informierten sich gestern bei einer Führung zehn Interessierte im Museum Tuch und Technik.

Das 1915 von Hans Leip gedichtete und von Norbert Schultze vertonte Soldatenlied um Abschied und die Ungewissheit der Heimkehr hat während des Zweiten Weltkriegs Menschen auf beiden Seiten der Front berührt. „Ich bin geschichtlich interessiert und selbst vertrieben worden“, erklärte die Besucherin Gisela Meitz aus Neumünster vor der Führung.

Briefe von Soldaten, in denen das Lied erwähnt wird, Schallplatten von Interpreten wie Lale Andersen oder Frank Sinatra, Kinoplakate und Notenhefte erzählen von der Breitenwirkung des Liedes. Mittlerweile hat das Bonner Haus der Geschichte, das die Wanderausstellung nach Neumünster entliehen hat, auch einen alten Lautsprecher nachgeliefert, über den das Lied in Deutsch, Französisch und Englisch gehört werden kann.

„Aus abergläubischen Gründen hat der junge Dichter Hans Leip kurz bevor er in den Krieg gezogen ist nur die ersten drei Strophen flüchtig in Kladde verfasst“, erklärte die Museumsbegleiterin Astrid Schweppe. Interessiert standen die Besucher um sie herum und folgten ihren Ausführungen, hin und wieder kam es spontan zu Gesprächen untereinander. „Das Lied gehört zu meiner Kindheit dazu, meine Mutter hat es immer gesungen“, erinnerte sich eine Besucherin. Hannelore Voß (59) aus Nortorf weiß noch, wie alt sie war, als sie das Lied zum ersten mal gehört hat: „Damals war ich 18 Jahre alt, und noch heute, 42 Jahre später, berührt es mich.“

Wie sehr das Lied die Menschen aller Nationen erfasste, verrät auch eine Eintragung ins Gästebuch des Museums. Eine Französin berichtet dort: „Meine Mutter hat immer das Lied gesungen. Für alle Generationen ein schönes Lied.“

Noch bis zum 31. Mai ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr zu sehen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen