Ein Lehmofen für Pizza und den Zusammenhalt

Für knusprige Pizza und andere Leckereien sorgt künftig der selbstgemachte Lehmofen. Darüber freuen sich die Leiterin Kristin Walle, Künstler Wilhelm Bühse sowie Mert, Eren und Alica.
Für knusprige Pizza und andere Leckereien sorgt künftig der selbstgemachte Lehmofen. Darüber freuen sich die Leiterin Kristin Walle, Künstler Wilhelm Bühse sowie Mert, Eren und Alica.

Lebenshilfewerk Neumünster feiert Sommerfest der integrativen Kindertagesstätte „Lütte Lüüd“

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28. Juni 2019, 13:10 Uhr

Neumünster | Eine selbstgemachte Pizza schmeckt immer gut. Wenn sie dann noch aus dem selbst gebauten Lehmofen kommt, ist das ein ganz besonderer Genuss. Davon überzeugten sich gestern Nachmittag die zahlreichen Besucher des Sommerfests der integrativen Kindertagesstätte „Lütte Lüüd“ des Lebenshilfewerks Neumünster an der Roonstraße. Dort wurde der aus Lehm, Stroh und Wasser gefertigte Ofen eingeweiht, den die Kita-Kinder zusammen mit dem Neumünsteraner Künstler Wilhelm Bühse in viel Hand- und Fußarbeit gebaut haben.

„Es war ein besonderes haptisches Erlebnis, mit den bloßen Füßen im Lehmmatsch herumzutrampeln und den uralten Lehm geschmeidig zu treten“, berichtete Bühse. Über eineinhalb Tonnen Lehm haben die Kinder an sechs Tagen bearbeitet, mit gehäckseltem Stroh vermischt auf einem Gestell aus Draht und Holz in Form geschmiert. „Das Gute ist, dass das Stroh zusammen mit dem Kalk des Lehms der Schimmelpilzbildung im Ofen entgegenwirkt“, berichtete Bühse weiter.

Wie man einen Lehmofen baut, weiß der Künstler noch aus seiner eigenen Schulzeit in der Waldorfschule. „Der Lehm ist drei bis vier Millionen Jahre alt“, sagte er weiter. Der stammt als Spende aus der Kiesgrube von Krebs und Suhr bei Großenaspe. „Lütte Lüüd“-Leiterin Kristin Walle erklärte die Idee: „Wir wollten eine alte Tradition und Handwerk aufrecht erhalten, denn schließlich haben unsere Vorfahren schon in der Bronzezeit so ihre Brote gebacken. Es war eine Freude zu sehen, mit welcher Inbrunst und welchem Eifer die Kinder dabei waren. Außerdem stärkt es das Gemeinschaftsgefühl, wenn man zum Beispiel im Winter gemeinsam am Ofen sitzt, sich wärmt und Zimtplätzchen verputzt.“

Begeistert von der Gemeinschaftsaktion waren auch Bernd Sandfort, Geschäftsführer der Lebenshilfe, sowie Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und der Sponsor Dr. Stephan Kronenberg von der Stiftung der Sparkasse Südholstein.

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