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Grossenaspe : Ein Leben für die Musik: Ernst-Ulrich von Kameke wird 90

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Ich möchte immer ein Lernender bleiben.“

von
erstellt am 01.Mär.2016 | 17:00 Uhr

Grossenaspe | Der Initiator des Orgelzyklus’ in der Großenasper Katharinenkirche, Professor Ernst-Ulrich von Kameke, blickt mit dem heutigen Tag auf ein 90 Jahre währendes Leben für die Musik zurück. „Dennoch möchte ich immer ein Lernender bleiben“, lautet der Wunsch des Jubilars, dem es auch im zehnten Jahr des Orgelzyklus’ nicht an Ideen für neue Projekte fehlt.

„Wegen der Vielfalt ist mir das Bild eines Blumenstraußes das Liebste. Denn die europäische Kultur ist voll von Fröhlichkeit, sodass man sie mit einem Spaziergang durch einen prächtigen Garten, bei dem man auf Schritt und Tritt neue, schöne Blumen erblickt, vergleichen kann. Aber wir müssen, insbesondere bei den jungen Menschen, am Ball bleiben, damit er nicht in Vergessenheit gerät“, erklärt von Kameke.

Unter diesem Anspruch haben mittlerweile mehr als 10 000 Besucher rund 70 Konzerte in der Katharinenkirche genießen können. Große Orgelwerke kamen dabei ebenso zur Aufführung wie Kammermusik und Chorgesang.

„Wer hätte zuvor gedacht, dass im kleinen Großenaspe einmal die Brandenburgischen Konzerte oder meisterlich gespielte Werke von Johann Sebastian Bach erklingen. Aber es macht mir nach wie vor Freude, hochklassige Akteure hierher zu locken und sie einmal in ländlicher Atmosphäre unter die Leute zubringen“, erläutert der Initiator verschmitzt. Besonders dankbar sei er deshalb der Kirchengemeinde und den zahlreichen Helfern, die sich für die Konzerte engagieren. Großartig sei ebenfalls, dass sich seit zwei Jahren in Zusammenarbeit mit der Gemeinde sogar eine zweite Reihe unter dem Titel „Kultur auf dem Lande“ etablieren konnte.

Heute ist Ernst-Ulrich von Kameke in Großenaspe zu Hause. Doch die Vita des Musikers führt in die ganze Welt.
Am 1. März 1926 in Potsdam geboren, erhielt er dort die ersten musikalischen Eindrücke. Seine Studien absolvierte der Organist in Berlin, Erlangen und Heidelberg. Als Kantor in Eberbach bei Heidelberg (1949 - 1954) leitete er seine ersten Oratorienaufführungen.

1954 wurde er an die Friedenskirche in Düsseldorf berufen und war zugleich Dozent an der Rheinischen Kirchenmusikschule. Es folgten 32 Jahre als Kantor und Organist an der Hauptkirche St. Petri in Hamburg, wo er zum Kirchenmusikdirektor und an der Staatlichen Hochschule für Musik zum Professor für Orgelspiel ernannt wurde. Zahlreiche Konzertreisen führten ihn unter anderem nach Skandinavien sowie nach Nord- und Südamerika. Er komponierte unter anderem mehrere große Orgelwerke und ein Kinder-Weihnachtsoratorium. Im Jahr 2000 erhielt er erhielt er das Verdienstkreuz am Bande.

1992 gründete Ernst-Ulrich von Kameke die Musik-Akademie für Senioren, die er bis zum Jahr 2015 leitete. Und unter dem Titel „Lebensreise in Dur und Moll“ veröffentlichte er im Jahr 2001 seine Autobiografie sowie 2005 „Wie geht es Ihnen, Herr Doktor?“ – Gespräche eines Musikers mit seinen Ärzten.

Seinen heutigen Ehrentag wird Ernst-Ulrich von Kameke in Ruhe im Kreis seiner Familie verbringen. Doch am 5. März will er in der Katharinenkirche sitzen. Denn dort erklingt ab 16 Uhr, sozusagen als Geburtstagsständchen, ein Kammerkonzert mit Werken des von ihm hoch verehrten Johann Sebastian Bach.  


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