Ein Koffer voller Absurditäten: Cornelius Degen im Hof Lübbe

Gestik und Mimik überzeugten: Cornelius Degen erzählte, werkelte und zauberte im Hof Lübbe. Foto: Ivers
Gestik und Mimik überzeugten: Cornelius Degen erzählte, werkelte und zauberte im Hof Lübbe. Foto: Ivers

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01. November 2011, 03:59 Uhr

Boostedt | In den Genuss eines reichlich ungewöhnlichen Vortragsabend kamen rund 60 Besucher am Sonntagabend im Boostedter Hof Lübbe. Der Hamburger Geschichtenerzähler Cornelius Degen war zu Gast und präsentierte seinem staunenden Publikum einen mit verschmitztem Lächeln vorgetragenen Wortreigen irgendwo zwischen Philosophie und Lügengarn.

Wie er wohl zum Geschichtenerzählen gekommen sei, diese Frage werde ihm häufig gestellt, berichtete Degen zu Beginn seines Programms. Nun, schon als Kind habe er einen Hang zu Poesie und Fantasie gehabt: "Ich hielt die Milchstraße für eine Ader Gottes und die Sterne für seine Blutkörperchen. Seitdem hat sich mein Weltbild nur noch gefestigt!" Entsprechend versponnen kamen dann auch viele der vorgetragenen Erzählungen daher, bisweilen ließ sich aber auch der Eindruck einer gewissen Langatmigkeit und Ziellosigkeit nicht verhehlen.

Ausgangspunkt für viele Geschichten stellte jeweils ein ungewöhnliches Objekt dar, das Degen aus seinem schon deutlich in die Jahre gekommenen Lederköfferchen hervorkramte. Ob ein überraschend kleines Windrad oder das Gelbe vom Ei - zu jedem Gegenstand wusste der Erzähler Erstaunliches zu berichten. So auch zu seiner fast schon antiken Uhrmacherdrehbank, mit der er direkt auf der Bühne noch das ein oder andere kleine Kunstwerk anfertigte.

Großen Applaus spendete das Publikum Degen vor allem immer dann, wenn er seine sprachlichen Kapriolen mit kleinen Zaubertricks und musikalischen Einlagen auflockerte. In diesen Momenten zeigte der Geschichtenerzähler, was für ein großer Unterhalter in ihm steckt. Ein Unterhalter, dem man nur eines wünschen kann: Das sich sein Koffer voller Absurditäten nie leeren möge.

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