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Schillsdorf : Ein Koffer, eine Box und 25 Jahre Pastor in Bokhorst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Heute und morgen feiern die Bokhorster gemeinsam mit Erich Faehling das Jubiläum.

Seit 25 Jahren steht eine mit allerlei Aufklebern versehene Zarges-Aluminiumbox im Arbeitszimmer des Bokhorster Pastorats als Tisch vor dem roten Sofa. Es ist eine von den Aluminiumboxen, die Weltenbummler für Gepäck und Ausrüstung mitnehmen. 1989 war Erich Faehling frisch aus Afrika mit eben dieser Box in Bokhorst eingetrudelt, um die Pastorenstelle zu übernehmen. 25 aufregende Jahre, die er mit seiner Frau Ute und zwei Söhnen teilt. „Eine lange und eine gute Zeit“, sagt Faehling. Heute und morgen wird das 25-Jährige in der Heilig-Geist-Kirchengemeinde gefeiert.

Vollgestopft war sie, die Kiste, mit Erich Faehling nebst einem Koffer vor 25 Jahren nach Schillsdorf kam. 1988 hatte es den 28-Jährigen nach Afrika getrieben. „Das Dreivierteljahr Deutsche Gemeinde in Lagos war spannend“, blickt Erich Faehling heute zurück. Viel hat sich seitdem getan, manches in der Zeit ist aus sich selbst heraus entstanden, fast unbeabsichtigt. Der Motorradgottesdienst (Mogo) gehört dazu. Aus einer Wettlaune heraus kam es nach einem Polterabend 1990 zum ersten Mogo in Bokhorst. Was aus der Mogo-Wette erwachsen würde, ahnte Erich Faehling damals nicht: Er war 17 Jahre Pastor beim Hamburger Mogo mit Zehntausenden von Besuchern.

Auch die kleine Sensation, dass Bokhorst 1997 eine selbstständige Kirchengemeinde werden würde, war nicht vorhersehbar. Dafür entwickelte sich mit dem Posaunenchor, der Kirchenband B-Engels, dem kleinen Mogo in Bokhorst, einer lebendigen Pfadfindergruppe, dem Kindergarten Kinderkastanie und unzähligen Veranstaltungen und Aktivitäten eine lebendige Gemeinde rund um den Bokhorster Kirchturm. Als 1999 der Kirchenkreis die Mitgliederzahl der Kirchengemeinden nach oben schraubte und auch die Zukunft einer vollen Pfarrstelle in Bokhorst bedroht war, gründeten die Bokhorster den Verein der Freunde der Heilig-Geist-Kirche zu Bokhorst. Steinreich war Bokhorsts Pastor 2009, als die Kirche komplett renoviert wurde. 1500 Rotsteine wurden allein aus dem Fußboden aufgenommen, die anschließend mit dem Namen von Spendern versehen neu verlegt wurden. „Da ist so vieles, das sich außer ,Danke für die 25 Jahre‘ sagen ließe“, sagte Herbert Beyring vom Kirchenvorstand.

„Ich wünsche mir, dass sich Menschen rund um dieses Haus versammeln und sich in einer fröhlichen, freundlichen und offenen Kirche begegnen und hin und wieder Zeit für ein gutes Gespräch mit einer frisch gebrühten Tasse italienischem Kaffee“, sagt Erich Faehling. Etwa 200 Paare hat er übrigens getraut. Außerdem kamen in den 25 Jahren rund 650 Taufen und 500 Konfirmanden dazu. Und nicht zu vergessen die Ausbildung von drei Vikaren und die Motorradgottesdienste in Hamburg, Husum, Kiel, Benkenhausen, Bokhorst, im Kölner Dom, Sylt und Lüneburg. Inzwischen freuen sich die Bokhorster, ihren Pastor wieder ganz für sich zu haben, nachdem sich Faehling offiziell aus dem großen Mogo-Geschehen zurückgezogen hat und sich wieder ganz um seine Gemeinde kümmern kann. Trotzdem hat er auch in diesem Jahr beim Hamburger Mogo gepredigt, weil es bisher keinen Nachfolger gab.

25 Jahre Faehling in Bokhorst, das wollen die Gemeindeglieder an diesem Wochenende feiern. Heute gibt es um 10 Uhr erst einmal Glückwünsche und eine Jubiläumsgirlande und ein Ständchen vom Posaunenchor. Morgen folgt dann ab 10 Uhr ein Festgottesdienst mit anschließendem Empfang im Gemeindehaus.




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erstellt am 01.Feb.2014 | 10:00 Uhr

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