Jacoby-Bürgergilde : Ein König, der die Welt bereist hat

Peter und Renate Meinke waren beide überrascht über die Verkündung zum neuen Königspaar der Jacoby-Bürgergilde. „Ich hatte zwar mit jemand Älterem aus dem 1. Zug gerechnet. Dass es dann mich getroffen hat, hat mich aber umgehauen“, sagt der Tasdorfer.
Peter und Renate Meinke waren beide überrascht über die Verkündung zum neuen Königspaar der Jacoby-Bürgergilde. „Ich hatte zwar mit jemand Älterem aus dem 1. Zug gerechnet. Dass es dann mich getroffen hat, hat mich aber umgehauen“, sagt der Tasdorfer.

„Für 30 Sekunden war ich blass, als mein Name fiel“: Peter Meinke ist die neue Majestät der Jacoby-Bürgergilde.

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20. Mai 2016, 09:00 Uhr

Neumünster | Kaum setzte Peter Meinke (68) gestern den ersten Schritt vor die Tür, wurde er auch schon von Nachbarn begrüßt: „Endlich hat Tasdorf einen König! Gratulation!“ und „Dem König alles Gute!“ schallte es ihm entgegen. Die am Mittwochabend beim Vogelschießen gekrönte neue Majestät der Jacoby-Bürgergilde (der Courier berichtete) lächelte sanft und wusste zu berichten, dass er schon der zweite Tasdorfer König nach Peter Iwersen (1984-1986) ist. Dann nahm er seine Königin Renate (67) in den Arm und erklärte: „Ich bin mit Leidenschaft Gildebruder und nun stolz, König zu sein.“

Der Vater von vier Kindern und mittlerweile sieben Enkeln ist vielen in Neumünster bekannt, vor allem den Einfeldern. Zehn Jahre saß der CDU-Mann im Stadtteilbeirat, bis er 2009 nach Tasdorf zog, wo er nun im Bau- und Wegeausschuss sitzt. Der gebürtige Neumünsteraner war zudem viele Jahre in der CDU-Mittelstandsvereinigung aktiv. Seit 25 Jahren gehört er dem Vorstand der Druiden-Loge an und organisiert den Drei-Logen-Ball. Über die Loge kam Meinke 1987 auch zur Gilde.

„Vorbelastet“ ist er nicht. „Als meine Familie nach dem Krieg aus Hamburg nach Neumünster kam, war mein Vater schon über 45 Jahre und damit zu alt für die Aufnahme in die altehrwürdige Gilde“, sagt Peter Meinke. Nach dem Schulabschluss an der Johann-Hinrich-Fehrs-Schule machte er zunächst eine Ausbildung als Maschinenbauer im Ausbesserungswerk der Bahn und ging dann zur Bundeswehr. Anschließend begann er, Maschinen für Fleischerei-Betriebe zu verkaufen „bis nach China und Kasachstan. Ich habe fast die ganze Welt bereist“. In der Branche ist er bis heute tätig.

Vor 34 Jahren lernte er seine Frau Renate kennen. Die ehemalige Filialleiterin in der Modebranche ist heute als Schulbegleiterin ebenfalls ehrenamtlich aktiv und wollte am Mittwochabend gerade mit Freunden kochen, als ein Gildebruder sie anrief und erklärte: „Du bist jetzt Königin und musst zum Königstanz der Gilde in die Stadthalle kommen!“ Ihre spontane Reaktion: „Wie viele Biere hast Du schon getrunken? Aber ich habe mich dann sehr für Peter gefreut und bin gerne hin“, ergänzt sie lächelnd. Ihm will sie bei allen wichtigen Ereignissen zur Seite stehen.

Meinkes Hauptaufgabe als König ist es, die Jacoby-Bürgergilde zu repräsentieren. „Ich bekomme von meinen Ältermännern die Termine. Als erstes geht es am 9. Juni zur Eröffnung der Holstenköste.“ Ob Jubiläen, Geburtstage, aber auch Sterbefälle in der Gilde: Der König ist dann immer dabei. „Ich freue mich auf diese Aufgaben“, sagt die sympathische Majestät.

Doch nach der Holstenköste und einer weiteren Veranstaltung steht erst einmal die Sommerpause an. Und vielleicht zieht es ihn dann mit seiner Frau ja wieder in die Ferne, denn „auf Reisen gehe ich immer noch gerne.“

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