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Vicelinkirche : Ein Kirchenkonzert der Extraklasse

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bach-Chor, Kieler Philharmoniker und vier Gesangssolisten begeisterten 380 Besucher mit Werken von Mozart und Haydn.

shz.de von
erstellt am 22.Sep.2015 | 08:15 Uhr

Neumünster | „War das nicht schön?“, „Ein großartiger Abend!“ Der tosende Applaus war gerade verklungen, die 380 Konzertbesucher hatten sich von ihren Plätzen erhoben und wurden nicht müde, das anderthalbstündige Konzert am Sonntagabend in der Vicelinkirche zu loben. Grund der Begeisterung: Werke von Mozart und Haydn, dargeboten vom Bach-Chor, Mitgliedern des philharmonischen Orchesters Kiel sowie den Solisten Cecilia Nanneson (Sopran), Lidwina Wurth (Alt), Achim Kleinlein (Tenor) und Christian Palberg (Bass) unter der Gesamtleitung von Kantor Karsten Lüdtke.

„Für uns Chormitglieder ist die „Vesperae solennes de Confessore“ ein echter Leckerbissen“, freute sich Astrid Möbius nach dem Konzert. Strahlend und mit etwas rauer Stimme beschrieb die Sängerin des Bach-Chores die 1780 von Wolfgang Amadeus Mozart komponierte Vesper „als ein herausragendes Kirchenmusikwerk, das den Sängern viel abverlange. „Der lateinische Text ist sehr konzentriert, es gibt kaum Wiederholungen. Gerade uns Sopranistinnen stellt diese Dichte vor große Herausforderungen“, sagte die Laien-Sängerin. Hürden, die sämtliche Sänger – auch Dank des hervorragenden Dirigats ihres Chorleiters Karsten Lüdtke – mit Bravour meisterten.

Gestenreich und mit sicherer Haltung führte Lüdtke seine Sänger durch das anspruchsvolle Werk, gab dem Chor Sicherheit durch Zuwendung und Blickkontakt. Auch wenn die Chorsänger „vom tollen Orchester getragen wurden“, wie Astrid Möbius es beschrieb, war das hohe Niveau des Laienchores nicht von der Hand zu weisen. Gerade an den lauten Stellen gelangen ihm die hohen Töne besonders schön. Generalpausen konnte der Chor wirkungsvoll einsetzen.

Während das Kieler Orchester der Musik angemessen mit wenig Vibrato dezent begleitete – melodische Linien waren jederzeit gut erkennbar – stand die Sopranistin Cecilia Nanneson ganz klar im Mittelpunkt. Mit zauberhafter Ausstrahlung und der unglaublichen Leichtigkeit ihrer Stimme überzeugte sie das Publikum bereits im 5. Satz der „Vesperae solennes de Confessore“, mit der Sopranarie in „Laudate Dominum“.
Bei Mozarts anschließender Motette „Exsulate, jubilate“, einer der schönsten Jubelmusiken, die je geschrieben wurden, kannte die Begeisterung der Konzertbesucher keine Grenzen. So hingerissen waren die Menschen, dass sie spontan nach dem ersten Satz applaudierten.

Lächelnd bedankte sich Cecilia Nanneson, um dann mit unverminderter Gestaltungskraft und großer dynamischer Palette von forte bis piano ihren musikalischen Vortrag fortzuführen – nirgendwo Schärfen, stattdessen makellose Koloraturen bis in die höchste Höhe. Das hohe C im „Alleluja“ erklomm die Schwedin mühelos und immer im Blickkontakt mit den Besuchern. So viel Nähe zum Publikum erfährt man selten. „Die Zusammenarbeit mit dem Kunstflecken beschert uns Gäste, die sonst nicht zu unseren Chorkonzerten kommen“, sagte eine ehrenamtliche Organisatorin der Vicelinkirchengemeinde. „Dieser Synergieeffekt freut uns besonders“.

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