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Auslandsprojekt : Ein Jahr Abenteuer in Great Britain

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Simona Polischuk (18) und Alina Millahn (19) absolvieren als Freiwillige ein Diakonisches Jahr im Ausland. Sie betreuen vor allem Kinder

shz.de von
erstellt am 03.Sep.2014 | 16:30 Uhr

Neumünster | Ham and Eggs zum Frühstück statt knuspriger Brötchen und ganz viel Englisch sprechen: Das erwartet Simona Polischuk (18) ab dem 8. September. Dann wird die Ruthenbergerin nach London fliegen und ein Diakonisches Jahr im Ausland (DJA) absolvieren. „Ich möchte über den Tellerrand schauen, eine andere Kultur kennenlernen und Deutschland von einer anderen Perspektive sehen“, sagt sie. Fröhlicher Zufall: Auch ihre Freundin Alina Millahn (19) aus Groß Kummerfeld entschied sich für ein solches Jahr in England – und wusste zunächst gar nichts von Simonas Plänen.

Nach ihrem Abi auf der Klaus-Groth-Schule will Simona Polischuk Englisch auf Lehramt studieren – aber nicht sofort. „Ich möchte beim Einstieg in die Arbeitswelt etwas aus eigener Anschauung vermitteln können“, sagt sie. Das Diakonische Jahr wird von den Evangelischen Freiwilligendiensten organisiert und auch als Vorpraktikum für Fachschulen, Fachhochschulen und Universitäten anerkannt.

Auf die Idee kam Simona durch ihr Engagement in der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde. „Kirche ist wie ein zweites Zuhause für mich“, sagt die Schülerin. Bereits mit elf Jahren wurde sie Gruppenleiterin, war bei Sommerferienaktionen und Kinderbibelwochen dabei, bastelte in der „Kinderkiste“ oder gestaltete Kindergottesdienste mit. „Es macht Spaß, etwas mit Kindern zu machen“, sagt sie. Nach ihrer Bewerbung bei dem Freiwilligendienst nahm sie an einem Vorbereitungsseminar teil, ebenso Alina, die ebenfalls Gruppenleiterin in der Gemeinde ist. „Ich wollte nach dem Abi auf der GS Brachenfeld eine Pause nach der Schule machen“, sagt Alina.

Die beiden Freundinnen sind in England nicht weit von einander entfernt: Simona wird in der Londoner Bermondsey Central Hall Methodist Church Kinder betreuen, aber auch Essenspakete für Bedürftige packen. Alina wird bei der St. Michaels Church in Colchester arbeiten, einer Stadt, die eine Stunde von London entfernt ist. Auch sie wird mit Kindern und Jugendlichen arbeiten. Beide haben sich schon eingelesen über Sitten und Gebräuche im „good old England“; außerdem wurden sie im Seminar auf vieles hingewiesen. Eines kommt ihnen allerdings kurios vor: „Wir sollen die Kinder aus Sicherheitsgründen nicht anfassen“, erzählt Simona. Sie nahm wie vorgesehen Kontakt zum Ansprechpartner in London, Supervisor Peter Baffo, auf und fragte nach. „Das hat damit zu tun, dass vermehrt Missbrauchsfälle aufgetreten sind“, sagt sie. Daher werde besonders auf unangemessenen Körperkontakt geachtet. Eine weitere Betreuerin in London von der Kirche habe das dann auf ihre weitere Nachfrage hin eher als Richtlinie eingeordnet. Es sei sicher unproblematisch, Kinder an die Hand zu nehmen, sagt Simona.

Insgesamt 23 Deutsche leisten dieses Auslandsjahr. „Wir haben auf dem Treffen schon Adressen ausgetauscht“, sagen sie. Ein Jahr allein im Ausland – schon eine Herausforderung. Für Heimweh hat der Freiwilligendienst „Trostpflaster-Umschläge“ ausgeteilt. „Ich weiß aber nicht, was drin ist“, sagt Simona. In ihr England-Tagebuch hat ein Freund ihr einen lustigen Gruß geschrieben: „Jetzt hat England für knapp ein Jahr ein verrücktes Huhn mehr hinter seinen Toren.“

 


Simonas Blog im Internet: Simonas-jahr-in-london.blogspot.com

 

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