Lebensmittelinstitut : Ein Innovationspreis für die Kartoffel

Die Trekking-Kartoffeln von  Ole Klein (von links), Marcus Schubert und Toralf Frahnow wurden mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.
Die Trekking-Kartoffeln von Ole Klein (von links), Marcus Schubert und Toralf Frahnow wurden mit einem Innovationspreis ausgezeichnet.

43 Absolventen der KIN-Fachschule für Lebensmitteltechnik präsentierten ihre Abschlussarbeiten. Darunter waren viele kreative Produktideen.

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29. März 2014, 07:00 Uhr

Neumünster | Die Kartoffel an sich gilt beileibe nicht als modern. Trotzdem kann man mit der Lieblingsbeilage der Deutschen heute noch einen Innovationspreis der Lebensmittelbranche gewinnen: Marcus Schubert (29) aus Plön und die Kieler Ole Klein (24) und Toralf Frahnow (30) entwickelten für ihr Abschlussprojekt an der KIN-Fachschule für Lebensmitteltechnik in der Wasbeker Straße sogenannte Trekking-Kartoffeln. Sie sind samt Dip für vier Jahre haltbar in einer Aluminiumschale verpackt und können darin auf einem Grill zubereitet werden. Endlich leckeres Essen statt Pulvernahrung beim Wandern, befand die Jury.

Die Nachwuchs-Lebensmitteltechniker entwickelten die Trekking-Kartoffeln von der Idee bis zum Fertiggericht. Die Kartoffelspalten werden roh mit einer Flüssigkeit, einer speziellen Emulsion, in einer Aluminiumschale verpackt. Der Clou: Die spezielle Mixtur lässt die Kartoffeln bis zu vier Jahre haltbar bleiben und wird bei der Zubereitung auch noch für den Dip benutzt. Dafür wird ein speziell entwickeltes Milchpulver einfach in die Flüssigkeit gerührt. Die Aluminiumschale ist darüber hinaus nicht nur Verpackung, sondern kann auch noch als Grillschale benutzt werden. „Alles hat seine Funktion und es entsteht nur wenig Müll“, sagt Marcus Schubert sichtlich stolz. Auch um das Verpackungsdesign haben sich die drei jungen Männer selbst gekümmert. Mit ein bisschen Fantasie ähnelt die dreieckige Form einem Zelt.

Außer den Erfindern der Trekking-Kartoffeln erhielten gestern noch 40 andere Absolventen nach zwei Jahren Weiterbildung ihre Zeugnisse. Sie präsentierten weitere kreative Produktideen. Bäckermeister Frank Sievertsen entwickelte eine Backmischung für den sogenannten „Mikrocake“. „Meine Frau hat mal ausprobiert, Kuchen in der Mikrowelle zu backen, aber die Konsistenz ließ immer zu wünschen übrig“, so Sievertsen. Deshalb habe er zusammen mit drei Kollegen eine Backmischung speziell für Mikrowellen entwickelt. Die gelernten Fleischer Eric Kollm und Waldemar Groß erfanden den Snack „Beef ’n Cheese“, kleine Stäbchen aus getrocknetem Rindfleich mit einem Käsemantel. „Ich überbacke mir alles mögliche mit Käse, so bin ich dann auf die Idee gekommen“, erklärt Kollm.

Im Handel sind Trekking-Kartoffeln, Mikrocake und Co. allerdings noch nicht zu kaufen, aber die Nachwuchs-Lebensmitteltechniker haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, Interessenten für ihre Produkte zu finden. Und selbst wenn das nichts wird, sieht die Zukunft der Lebensmitteltechniker rosig aus. Ihre Jobaussichten sind gut. 80 Prozent der Absolventen eines Jahrgangs finden innerhalb von sechs Monaten einen Job.

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