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Theater in der Stadthalle : Ein höchst bekömmliches Theater-Gericht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Liederabend „Pasta e Basta“ begeisterte rund 550 Zuschauer / Oliver Auch kochte live auf der Bühne „Spaghetti und Gnocchi à la Olli“

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 10:00 Uhr

Die Silvesterraketen sind gerade erst ausgeglüht, da gingen im voll besetzten Theater in der Stadthalle die Lach- und Applausraketen für einen italienisch-musikalisch-kulinarischen Jahreseinstand hoch. Unter dem Titel „Pasta e Basta“ brachte ein Liederabend von und mit Dietmar Löffler (Pianist, Komponist, Sänger, Regisseur) die Sehnsucht der Deutschen nach Italien zum Ausdruck, mit allen gängigen Klischees, musikalischen Ohrwürmern jeglicher Machart (Adriano Celentano, Gianna Nannini, Paolo Conti u. a.) und echten kulinarischen Leckerbissen – geschmackvoll und professionell von großartigen Interpreten zubereitet.

Das Ambiente für so einen Abend kann nur ein italienisches Restaurant sein. Und das liegt in Hamburg, denn in den „Hamburger Kammerspielen“ wurde der Spaß 2009 kreiert und ist immer noch ein Höhepunkt im Programm.

Alle Künstler, so „auswärts“ ihre Namen auch klingen, haben eine starke Affinität zu Hamburg, und sind in der Hansestadt an diversen Theatern und in Shows zu sehen und zu hören.

Was braucht man außer einer Küche, in deren Mittelpunkt ein Flügel steht, von dem aus Dietmar Löffler die musikalischen Fäden in der Hand hielt, noch für einen italienischen Koch-Abend? Natürlich einen chaotischen Oberkellner wie Tommaso Cacciapuoti, den Möchtegern-Casanova, und einen Super-Koch wie Sascha Rotermund als swyzernder Vicco.

Bei jeder Aufführung von „Pasta e Basta“ steht aber auch ein echter, ortsansässiger Koch mit auf der Bühne. Am Sonnabend kochte Gastronom Oliver Auch am Herd. Durch den Zuschauerraum zog der Duft von „richtigem“ Essen, und das Publikum bekam auch einige Portionen „Spaghetti und Gnocchi à la Olli“.

Eine Geschichte erzählt der Liederabend eigentlich nicht, bietet aber jede Menge Gelegenheit zu Situationskomik, witzigen Slapstick-Nummern, tollen Soloeinlagen und glänzend gesungenen Ensemblestücken. Die Männertruppe wurde von zwei Damen gründlich aufgemischt: Love Newkirk (Mena Mia), die angebliche Tellerwäscherin, entpuppte sich als Soul-Sister mit großer, facettenreicher Stimme in berührenden Gospelgesängen und etwas verfremdeten Schlager-Nummern. Dass Carolin Fortenbacher eine hervorragende Musical-Stimme und viel Temperament hat, weiß man seit ihrer Hauptrolle im Musical „Mamma Mia“ am Hamburger Operettenhaus. Dass sie auch eine große Komödiantin ist, bewies sie als spröde, zugeknöpfte, paragrafenreitende „Dame vom Amt“, Frau Katja Val-Ente. Erst nach krampflösenden Pianomelodien wie „Für Elise“ und dem Genuss köstlichster Speisen verlor sie nahezu alle Hemmungen und Prinzipien. Carolin Fortenbacher verfügte über ein umwerfend komisches Bewegungsrepertoire, erfreute mit Parodien uralter Schlager und mit einfachen, schön gesungenen Liedern. Sie amüsierte als blondes Doofchen und begeisterte mit akrobatischen Versuchen, einen Barhocker zu „entern“. Die fünf Allroundkönner machten „Pasta e Basta“ für die rund 550 Zuschauer zu einem höchst bekömmlichen Theater-Gericht.



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