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Minustemperaturen : Ein Hauch von Sibirien in Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Abschleppdienste hatten alle Hände voll zu tun / Spaziergänger wappnen sich mit dicker Winterkleidung

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 18:18 Uhr

Neumünster | Brrrr! Eigentlich waren es gestern ja nur 7 Grad minus – aber bei dem Tiefkühltruhen-Ostwind waren es gefühlt ungefähr minus 20. Das war ein Hauch von Sibirien in Neumünster! Gut zu tun hatten daher Abschleppdienste: Denn ältere oder nicht gut geladene Batterien machten gestern reihenweise schlapp. Der Courier hörte sich bei Abschleppfirmen um, aber auch bei kälteresistenten Spaziergängern.

Ab frühmorgens gab’s Autofahrer-Alarm: „Definitiv mehr als sonst“ landeten Anrufe beim ADAC: „Wenn die Batterien zu alt sind, schaffen sie den Startvorgang nicht mehr. Eine normale Batterie schafft auch noch locker zehn Minusgrade mehr“, sagte Ulf Evert, Sprecher des ADAC Schleswig-Holstein. Laufend im Einsatz waren auch die Mitarbeiter von Jens Bachmann, Inhaber des Abschleppdienstes an der Wasbeker Straße: „Die Wartezeit erhöhte sich auf etwa eine Stunde.“ Er und auch Kjel Hallgreen, Büroleiter des Abschleppdienstes Hans-Peter Möller am Roschdohler Weg, nennen schwache Batterien und festgefrorene Bremsen als Hauptübel: „Seit morgens um 4 bis 12 Uhr hatten wir etwa 16 Fälle. Fatal ist eben, wenn es erst feuchte Witterung ist wie am Neujahrstag, der Wagen über die Feiertage nicht bewegt und dann so gekühlt wird“, erklärt Hellgreen.

„Wir haben heute viele Batterien überbrückt, aber die Stimmung war freundlich“, sagt Möller-Werkstattleiter Gerrit Kumm. Beim Wintercheck werden neben der Batterie auch der Frostschutz, der Ölstand („möglichst Maximum“), die Scheibenwischer und das Licht geprüft. Frostschutz nachfüllen ließ Thomas Lemke (51) aus Einfeld: „Sicher ist sicher. Jetzt kann der Winter kommen“, sagte er.

Wer bei der Kälte länger draußen war, fuhr besser mit kluger Kleidungstaktik. „Lange Unterhosen, dicke Schuhe mit Lammfellsohle, Handschuhe und Kapuze mit Pelz“, zählten Gudrun Kempin aus Tungendorf, Lutz Clauß (64) aus Einfeld und Birte Voß (29) aus Kiel auf. Sie gingen bei schneidender Kälte mit ihren Hunden Atina, Pepper und Amy am Einfelder See spazieren. „Schlimmer wäre jetzt Regen. Den Hunden macht es nichts aus. Und man freut sich, wenn man wieder im Warmen ist“, sagten sie.

Bei jedem Wetter geht Michaela Schröder (34) mit ihren Kindern hinaus. Pepe-Felix (1) im Kinderwagen saß unter einer Lammfelldecke, Benjamin (5) war in einen Thermoanzug mit Mütze und Schal eingemummelt. Die Einfelderin nahm das Wetter positiv: „Wir machen das Beste draus, das stärkt die Abwehrkräfte.“

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