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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 23:32 Uhr

Mensch des Jahres : Ein großes Herz für Kinder

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

„Ich bin immer schon sozial geprägt gewesen. Uns geht es doch im Kern gut, das kann man doch weitergeben.“

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2013 | 06:00 Uhr

Als Pierre Schiffmann nach Neumünster kam und die Kieler Straße entlangfuhr, sah er eine lange Menschenschlange. „Ich dachte, da wäre ein Kino oder Theater. Als ich erfuhr, dass dort die Tafel war, dachte ich, dass das nicht wahr sein kann“, erinnert er sich. Für den 38-Jährigen war klar: Er wollte etwas tun. „Ich bin immer schon sozial geprägt gewesen. Uns geht es doch im Kern gut, das kann man doch weitergeben“, sagt er über die Motivation seines Engagements. Bekannt ist Schiffmann vor allem als Motor zahlreicher „Blauer Elefant“-Spendenaktionen, die die Erweiterung des Kinderschutzbund-Hauses an der Plöner Straße ermöglichen.

Für den Gastronom, der seit 2004 die „Schanze am See“ betreibt, gehört soziales Engagement zum Alltag. Pierre Schiffmanns Fokus liegt auf den Kindern, denen es nicht gut geht und die durch Lebensumstände benachteiligt sind – und zwar in Neumünster. „Wenn man in einer Stadt arbeitet und lebt, muss das so sein“, sagt der gebürtige Hamburger, der in Einfeld lebt und sich ausdrücklich zu Neumünster bekennt. Seine Kontakte nutzt er für seine Projekte – ein erstes war die Kooperation mit der Tafel. So sponsert er eine sozialversicherungspflichtige Stelle für die Kindertafel, unterstützt die Ausflüge, kocht jeden Freitag für die Kindertafel oder verkauft von den Kindern gebastelte Weihnachtsdeko: „Die Kinder sind beschäftigt und die Spender bekommen auch etwas – ein Gewinn für beide Seiten.“

In diesem Sinne organisierte er auch diverse Benefizveranstaltungen für die Erweiterung des Kinderschutzbund-Gebäudes an der Plöner Straße – nicht nur durch den Verkauf der blauen Plüschelefanten kam Geld zusammen. Schon am ersten Benefizabend mit Menü und Beatshock-Konzert kamen 8500 Euro zusammen. Es ging weiter mit dem Genießerlauf rund um den See mit sechs Gourmetstationen, der Auktion eines hochwertigen Markenwagens oder einem Weihnachtsessen mit Gutscheinen illustrer Hotels. Ein Buch mit Rezepten von Spitzenköchen wie Lafer oder Tim Mälzer konnte ersteigert werden, und lächelnd erinnert sich Schiffmann an zwei Glas Sauerfleisch, die für 1000 Euro weggingen. Am Ende kamen beachtliche 115 000 Euro für den „Blauen Elefanten“ zusammen – das Kinderhaus ist in Sichtweite gerückt. „Der Bedarf bleibt bestehen, auch wenn wir 50 Kindern zusagen konnten“, sagt Schiffmann, der in seinem Leben schon herumgekommen ist. Als Personalreferent arbeitete er für eine Modefirma unter anderem in Spanien, Berlin, München und Köln. Beim Blick über den Tellerrand moniert er das Jammern auf hohem Niveau in Deutschland: „Ich klagte, dass ich keine Schuhe hatte. Aber es gibt Menschen ohne Füße...“

Wenn Pierre Schiffmann von seinen Aktionen erzählt, klingt das wie leicht getan, und so meint er es auch. „Mit den einfachsten Dingen kann man etwas bewerkstelligen“, sagt er und erwähnt die Helmaktion für die Grundschüler in Einfeld oder die Bilder-Versteigerung für den querschnittsgelähmten Faith in Bordesholm. Seine Motivation? „Ich bin sehr gut und privilegiert aufgewachsen, ich hatte eine schöne Kindheit, das möchte ich auch anderen Kindern ermöglichen“, betont er. Diese Einstellung haben ihm seine Eltern vorgelebt mit ihrem Engagement für das Kinderhospiz „Sternenbrücke“ in Hamburg. Es ist nicht verwunderlich, dass sich Schiffmann auch für die Hospizinitiative engagiert – und er hat auch schon eine Idee: „Eigentlich wäre ein Haus für die Angehörigen nötig...“

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