Marlene Dietrich : Ein großer Star mit vielen Zwängen

Die beiden Künstlerinnen Dagmar Dreke (links) und Cat Lustig präsentierten das schillernde Leben der Marlene Dietrich.
Foto:
1 von 2
Die beiden Künstlerinnen Dagmar Dreke (links) und Cat Lustig präsentierten das schillernde Leben der Marlene Dietrich.

Dagmar Dreke und Cat Lustig brachten 70 Besuchern im Caspar-von-Saldern-Haus Marlene Dietrich als Künstlerin und Privatmensch näher.

shz.de von
28. März 2017, 07:45 Uhr

Neumünster | Sich künstlerisch an eine Diva der Filmgeschichte heranzuwagen, ist ein mutiges Unterfangen, das leicht peinlich daneben gehen kann. Dagmar Dreke und Cat Lustig haben es am Sonntagabend erfreulicherweise geschafft, den 70 Besuchern des Caspar-von-Saldern-Hauses Marlene Dietrich (1901 geboren als Marie Magdalene Dietrich, gestorben 1992) näher zu bringen, ohne sie imitieren zu wollen.

In ihrem Programm „Marlene! Glanz und Schatten im Leben der Dietrich“ präsentierte die Schauspielerin, Sprecherin und Sängerin Dagmar Dreke den Mythos Marlene anhand von Liedern und Lesungen. Hauptquelle war dabei die Biografie „Meine Mutter Marlene“, die von Marlene Dietrichs Tochter Maria Riva (geboren 1924 unter dem Namen Maria Elisabeth Sieber) geschrieben wurde. Es hat Spaß gemacht, Dagmar Dreke dabei zuzusehen, wie sie mit viel Leichtigkeit und Freude vorgelesen hat und mit Stimme, Gestik und Mimik die Sätze lebendig machte. Zwischen den szenischen Lesungen sang sie Lieder wie „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“, die Cat Lustig am Klavier großartig begleitete. Neben der unterhaltsamen Darstellung des Damen-Duetts erfuhren die Zuschauer auch viel Neues über den UFA-Star.

So hatte die Dietrich einen Desinfektionswahn und hat angeblich in jedem Hotelzimmer als erstes penibel die Toilette gereinigt. Obwohl sie zahllose Liebhaber beiderlei Geschlechts hatte, mochte der „Blaue Engel“ den Beischlaf nicht besonders. Mit ihrem Perfektionszwang füllte die Dietrich nicht nur ihre Filme, sondern auch ihre Mutterrolle aus.

„Es muss furchtbar gewesen sein, sie als Mutter gehabt zu haben“, sagte Besucherin Grit Kähler. Die Veranstaltung gefiel ihr sehr gut: „Es ist faszinierend, mehr über diese narzisstische Person zu erfahren.“ Auch Grit Kählers Mutter Gisela Kähler war begeistert von der Vorstellung: „Die Damen nehmen sich angenehm zurück, wirken aber dennoch sehr überzeugend. Es ist eine stilvolle Präsentation eines echten Stars, wie es sie heute nicht mehr gibt.“

Die Veranstaltung war eine Kooperation mit dem Seniorenbüro als Teil der Aktivwochen für Ältere.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen