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Stefan Gwildis in Neumünster : Ein großer literarischer Genuss

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Künstler erntet bei seiner Schimmelreiter-Lesung im Stahlwerk viel Applaus / Spontanität zeichnet ihn aus

Neumünster | Mit den Schimmelreiter-Lesungen anlässlich des 200. Geburtstages des Dichters Theodor Storm schuf Stefan Gwildis einen weiteren Höhepunkt seiner vielseitigen künstlerischen Laufbahn. 300 Gäste jeden Alters waren am vergangenen Freitag – trotz Fussball-Länderspiels – ins Hotel Stahlwerk gekommen. Dort bedachten sie Gwildis und seine zwei Musiker Tobias Neumann (Flügel) und Hagen Kuhr (Cello) mit lang anhaltenden Ovationen.

Karin Lambert war sogar aus Minden angereist, um ihn zu erleben. Locker und spontan begrüßte Gwildis zu Beginn erst einmal einige Gäste im Publikum, um dann mit seiner besonderen Blues-Stimme über die wichtigen Banalitäten des Lebens zu singen. Erster toller Beifall.

Dann las er Storms Schimmelreiter. Dabei gelang es ihm vorzüglich, die tiefgründigen Sprachspiele des Dichters über Luft, Wolken und Meer sowie die Persönlichkeiten des Deichgrafen Hauke Haien und seiner Familie akustisch und schauspielerisch umzusetzen. Gwildis ließ mit seiner Mimik und Gestik Bilder in den Köpfen der Gäste entstehen, als wären sie unmittelbar bei dem Geschehen am Deich dabei.

Die eigens von ihm und Hagen Kuhr komponierte Musik beförderte das gehörte Geschehen auf besondere Weise, wobei Kuhr dem Cello regelrecht strömendes Meer entlockte. Zugleich schaffte die Musik aber auch Hörpausen im dramatischen Geschehen. Das konnte Gwildis aber nicht von seiner Spontanität abbringen.

Als ein Handy im Saal klingelte, las er locker „Jetzt klingelt bei Hauke Haien auch noch das Telefon“, um einzuflechten, dass es das noch gar nicht gab.

Ohne die musikalische Zugabe „Es ist alles zu spät, wenn der Mond über Hamburg steht“ kamen die drei Akteure nicht von der Bühne. Lang anhaltender rhythmischer Applaus begleitete sie. „Ich bin ein Fan von Gwildis“, bekannte der Neumünsteraner Wilfried Schlüter und fügte an: „Eine herrlich warme Stimme, dazu spontan und witzig, ein toller Abend.“

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