Ein furioser Konzertabend

Auch optisch ein Genuss: Elegant in Schwarz gekleidet, eindrucksvolle Instrumente im Arm und mit sympathischer Ausstrahlung gaben die Elph-Cellisten und Harfenistin Anaëlle Tourret ein klassisches Gesamtbild.
Auch optisch ein Genuss: Elegant in Schwarz gekleidet, eindrucksvolle Instrumente im Arm und mit sympathischer Ausstrahlung gaben die Elph-Cellisten und Harfenistin Anaëlle Tourret ein klassisches Gesamtbild.

Elph-Cellisten und Anaëlle Tourret ließen das Theater in der Stadthalle in großer Klangschönheit erstrahlen

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28. November 2017, 12:26 Uhr

Stimmungswechsel am Theater. Draußen mieses Novemberwetter, drinnen zwölf bestens aufgelegte Musiker. Die Rede ist von den Elph-Cellisten und der Solistin Anaëlle Tourret. Am Montagabend gastierten die Cellisten des NDR Elbphilharmonie Orchesters und die Harfenistin auf Einladung des Kulturbüros im Theater in der Stadthalle. Ob die ungewöhnlich große Nachfrage dem klangvollen Namen „Elbphilharmonie“, dem kurzweiligen Programm oder dem vorauseilenden Ruf der Elph-Cellisten, einen ganz eigenen Stil zu vertreten, geschuldet war, sei dahingestellt. Was am Montagabend zählte, war die Tatsache, dass 400 Besucher in den Genuss eines außergewöhnlich abwechslungsreichen Konzertes kamen.

Engelbert Humperdinck, Georg Friedrich Händel, Peter Tschaikowsky, Benjamin Britten, Johann Sebastian Bach, Ariel Ramírez und Arturo Marquez auf einem Konzertprogramm – das hat Seltenheitswert und scheint auf den ersten Blick eklektisch. Nicht jedoch, wenn es von den Elph-Cellisten geschrieben und mit eigenen Arrangements verfeinert wurde. Die Hamburger spielen technisch auf höchstem Niveau: unübertroffen der ausbalancierte raffinierte Klang, begeisternd der volle, runde, vibratoreiche Ton und betörend das gehauchte Pianissimo. Diese Künstler ließen ihr Publikum bei jedem Stück in den schmelzenden Klang von elf Celli eintauchen.

Während Händels „Konzert für Harfe und Streicher B-Dur op. 4/6“ agierten die Streicher derart ausgewogen, dass sie Anaëlle Tourrets zartes Spiel nicht übertönten. Die Cellisten legten ein Fundament, auf dem die Harfe brillieren konnte. Vieles selbst arrangiert und „immer ein bisschen Crossover“ – so beschreibt das Ensemble seinen Stil. Am Montagabend bettete es Brittens „A ceremony of carols“, gespielt von Harfenistin Anaëlle Tourrets, wunderbar in Bach-Choräle ein. So ein Schritt ist mutig und kann leicht daneben gehen. Nicht jedoch, wenn ihn die Elph-Cellisten machen. Die zu jeder Zeit sichere Beherrschung ihrer Instrumente und die überaus große Spielfreude schufen ein spannendes Hörerlebnis.

Tschaikowskys bekannte Tänze aus der Nussknacker-Suite brachten Schwung in das Konzert und zauberten Besuchern wie Musikern ein Lächeln ins Gesicht. Bereits vor der Pause war deutlich: Dort vorne mimt keiner den Dirigenten. Auf der Bühne sitzt ein harmonisches Ensemble mit großem Spielwitz. Weihnachtliche Preziosen, wie „Feliz Navidad“ (wunderbar arrangiert von Ensemblemitglied Valentin Priebus) und „Rudolph the red-nosed Reindeer“ am Ende des zweistündigen Konzertes, beflügelten das Publikum zu donnerndem Applaus und die Musiker zu zwei Zugaben. Dieses Konzert sorgte in jeder Hinsicht für Furore.

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